[ A C T G ] enome

 

Dokumentation: www.crossingselves.ch/kreatural/

 

Diplomarbeit am Studienbereich Neue Medien der
Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich
März 2003

 

FRANZISKA KEMPF
  CHRISTINA VON ROTZ
nigra@crossingselves.ch
  cha@crossingselves.ch
   
  www.crossingselves.ch/snm/
     
     
     
   

Dank an
Knowbotic Research
Studienbereich Neue Medien der HGKZ
Freundinnen und Freunde

 
     
   

 

 

EINLEITUNG und INHALTSVERZEICHNIS

 

[ A C T G ] enome ist für uns eine experimentelle Versuchsanlage und kein abgeschlossenes Projekt. Wir haben im letzten Sommer begonnen, uns mit dem Thema Gentechnologie zu beschäftigen. Sehr früh merkten wir, dass diese Auseinandersetzung zu Fragen führte, denen wir weiter nachgehen wollten und dieses Nachforschen wiederum zu Fragen führte. Wir beschlossen, unser Projekt entlang dieser Prozesse zu entwickeln. Neben theoretischen Fragen zu Inhalt und Form entwarfen wir auch die Projektanlage prozessierend. [ A C T G ] enome ist eingebettet in ein Netz von Themen, Begriffen und Beziehungen, in ein Netzwerk das nie geschlossen sein kann. Das im Teil 1 beschriebene Konzept und die Projektrealisierung können wir unter diesem Vorgehen nur als momentane Sichtbarmachung des Projektes selbst verstehen, als Zustandsbeschreibung. Es sind vorläufige Abschlüsse. Im Teil 2 Prozesse ist das Konzept, das nach diesem Vorgehen erarbeitet wurde, beschrieben mit allen relevanten Prozessen. Dieses Konzept ist darauf angelegt, dass es dynamisch erweitert und ausgeschärft werden kann und legt Wert auf die Darstellung der Beziehungen.

Im Kapitel KRITIK möchten wir von unserer Seite einerseits die positiven wie auch die kritischen Punkte dieses Vorgehens zu unserem Projekt anmerken. Wichtig ist uns aber auch zu reflektieren, was unser Konzept und die Umsetzung leisten können und welche Teile nicht gelöst wurden. Und im besonderen fragen wir uns: warum. Diese Selbstkritik ist uns ein wichtiger Punkt innerhalb unseres Vorgehens, weil nur eine kritische Haltung unserer Arbeit gegenüber eine produktive Entwicklung der Prozesse ermöglicht.

INHALT:

Teil 1: KONZEPT und KRITIK

Teil 2: PROZESSE

Teil 3: LITERATUR

 

TEIL 1 [ A C T G ] enome KONZEPT und KRITIK

 

INHALT
Die moderne Gentechnologie wird durch die Denkweise der Informationstechnologie seit längerer Zeit beeinflusst. Die vorherrschende Analogie war dabei die Annahme, dass die DNA eines Lebewesens ein Code, also ein Programm, ist aus dem das ganze Leben entsteht. Diesen Code zu kennen hiesse demnach, das Leben zu verstehen. In einer Draft-Version kennen wir das menschliche Genome seit 2001 mit dem vorläufigen Abschluss des Human Genome Projects. Wir wissen aber auch seit längerem, dass die Vorstellung, die DNA sei ein Code, nicht stimmt und dieses Denken reduktionistisch ist. Leben ist komplex und kann aus einem deduktiven Ansatz nicht erklärt werden. Trotzdem wird gerade im gesellschaftlichen Diskurs an dieser reduktionistischen Vorstellung festgehalten, ja sie schreibt sich zunehmend in das gesellschaftliche Bewusstsein ein. Die Konsequenzen davon sind absehbar. Was die Informationstechnologie nicht geschafft hat, könnte die Gentechnologie nun perfektionieren: der Mensch als reine Information. Erst als Information wird der Mensch restlos instrumentierbar, sei es durch wirtschaftliche Mächte oder durch den repressiven Staatsapparat. Im schlimmsten Fall führt dies zu weiteren Ausgrenzungsmechanismen, zur machtvollen Kategorisierung der Menschen.

Wir sind mit Donna Haraway überzeugt, dass auch ein utopisches Potential der Verbindung von Menschen und Technologie inhärent ist. Die Utopie einer solidarischen Gesellschaft, die bisherige Kategorisierungen und Dualismen auflösen könnte. Das fortschreitende eugenischen Bewusstseins kann aber erst überwunden werden, wenn wir uns vom reduktionistischen, funktionalistischen Denken verabschieden und die Komplexität, die Leben ausmacht, anerkennen. Das heisst aber auch, die DNA nicht als Code des Lebens zu begreifen. (Eine detaillierte inhaltliche Positionierung des Themas findet sich im ersten Kapitel des zweiten Teils 'Prozesse'.)

[ A C T G ] enome nimmt in einer installativen Anlage diesen Reduktionismus des DNA-Codes auf und lässt die BesucherInnen Gene manipulieren. Doch entzieht sich die Anlage der funktionalen, kontrollierenden Verbindung von Code-Manipulation und Reaktion. Wir verstehen die Anlage metaphorisch als Kreatur, die in sich permanent in Bewegung ist. Einflüsse von Aussen wirken sich auf die Kreatur aus, genauer auf ihr Verhalten. Sie kann diese äusseren Einwirkungen entweder ausgleichen oder gerät ins Strudeln. Im Innern dieser Kreatur kommunizieren die einzelnen Teile, aus denen sie besteht, ununterbrochen miteinander und wirken aufeinander ein, wie Zellen in einem biologischen Organismus. Auf diese Weise wird auch die Gen-Manipulation von aussen an die Kreatur-Mitglieder kommuniziert, die entsprechend darauf reagieren. [ A C T G ] enome arbeitet also nicht mit dem Code, sondern, um metaphorisch zu bleiben, mit dem Text der Kreatur. Text ist der eingeschriebene gesellschaftliche Diskurs, ob wir die DNA als Code betrachten wollen, oder in seinen komplexen Beziehungen und Wirkungen wahrnehmen.

 

FORM
Das Projekt [ A C T G ] enome besteht aus einem Interface, vier Projektionen und einer maschinellen verdeckten Instanz. In einer ersten groben Skizze präsentiert sich die Projektanlage wie folgt:

Wir haben auf der einen Seite die Welt der Wissenschaft. Die DNA des menschlichen Genoms liegt als reine Information in Computern zur Analyse vor. Die Gentechnologie ist heute daran, diese Informationen auszuwerten mit informationstechnologischen Methoden. Das Interface von [ A C T G ] enome greift auf die DNA online zu und wird somit ein Teil der wissenschaftlichen Labors (Sanger Institute). Dass die DNA über Internet öffentlich zugänglich ist, ist nicht selbstverständlich. 1995 berief John Sulston eine Konferenz ein, auf der alle am Human Genome Project beteiligten WissenschaftlerInnen beschlossen, die DNA fortlaufend im Internet nach dem Gedanken des OpenGenomes zu veröffentlichen. Damit wurde die Patentierung der DNA selbst verunmöglicht und für alle nutzbar. Das Interface von [ A C T G ] enome nutzt die Veröffentlichung der Daten und bietet den BesucherInnen die Möglichkeit, Gene nach belieben virtuell, das heisst als Information, zu manipulieren.

Das Interface steht nun aber nicht in einem wissenschaftlichen Labor, sondern im öffentlichen, gesellschaftlichen Raum einer Ausstellung und figuriert somit als Schnittstelle zwischen Labor und Gesellschaft. Die gesellschaftliche Komponente des Projektes ist dargestellt in vier abstrakten Animationen. Diese Animationen und die Zahl vier gehen auf Systemtheorien zurück (z.B. Maturana Autopoiesis, Weber KreaturDenken). Darin versucht ein biologisches System sich im Innern im Gleichgewicht zu halten, gerade auch gegen äussere Einwirkungen. Diese vier Animationen sind die Struktur einer 4-poligen creatura.

Ändert einE BesucherIn die DNA eines Gens, wendet sich die Projektanlage in ihre Umkehrung: Auf dem Interface können nun die vier Pole der Gesellschafts-creatura geändert werden und auf den Projektionen erscheint die DNA. Damit besteht vom Interface aus keine Verbindung mehr zum wissenschaftlichen Labor und die Projektanlage befindet sich vollständig im gesellschaftlichen Raum. Mit diesem Interface kann nun die Gesellschaft designd werden. Analog der vier Zeichen der DNA, können die vier Pole der creatura geändert werden, die als fortlaufender Bildtext auf dem Interface erscheinen.

Das System, Interface und Projektionen, wird durch die BesucherInnen gesteuert, aber nicht nur. Eine verdeckte Instanz, konkret ein maschinelles Netzwerk, überwacht das ganze Geschehen und greift aktiv ein. Die einzelnen Teile der creatura kommunizieren permanent miteinander und verändern sich. Das System funktioniert nach folgendem dramaturgischen Plan:

Das System beginnt, wie oben beschrieben, mit dem gesellschaftlichen Raum und dem DNA-Interface. Die vier Projektionen sind eine wabernde creatura, die sich permanent im Gleichgewicht hält. Dabei werden Animationsteile, quasi Animations-Samples, immer wieder neu zusammengesetzt. Erfolgt nun eine DNA-Manipulation, dreht sich das System. Die Projektionen zeigen nun die DNA und auf dem Interface kann die Gesellschaft designed resp. verändert werden. Ohne Interaktion vermischen sich DNA und creatura-Pole langsam auf den Projektionen, bis die creatura wieder hergestellt ist und das System von vorne beginnt. Das bedeutet, die creatura kann sich ausgleichen und kommt wieder in den ursprünglichen Zustand zurück. Wird während dieser Phase das Interface 'Gesellschaft' bedient, schwappt das System zurück auf die reinen DNA-Projektionen. Diese Eingriffe können nun mehrmals erfolgen bis das System sich nicht mehr aufrecht erhalten kann. Es bricht zusammen und konstituiert sich neu. In der Projektanlage beginnt das ganze wieder von vorn.

Diese Projektanlage nimmt auf den Interfaces den Reduktionismus im gentechnologischen Diskurs auf: die DNA-Manipulation als eine Versimplifizierung, wenn auch auf der realer Ebene der Information. Diese Information kann durch jeden Menschen, jede Firma etc. benutzt und beliebig angewendet werden. Die Anlage selbst mit der versteckten Instanz bricht diese Simplifizierung, indem das System nicht einfach linear auf den Input der BesucheIinnen reagiert, sondern komplexere Strukturen offenbart.

Mit [ A C T G ] enome versuchen wir die Wirkung einer simplen Handlung am Interface zu brechen und zu zeigen, dass der Mensch ein viel komplexeres System ist, als einfach die Generierung aus dem so genannten Code DNA. Wir hoffen damit, Fragen zum gesellschaftlichen Diskurs anzuregen, die eine tiefere, nicht reduktionistische Auseinandersetzung mit der Problematik der Gentechnologie erlauben. Erst indem ein Bewusstsein für die Komplexität geschaffen wird, kann auch ein adäquater, vielleicht gar utopischer, gesellschaftlicher Umgang gefunden werden.


KRITIK
Kurz zusammengefasst, sollte [ A C T G ] enome die folgenden inhaltlichen Punkte umfassen:
Gentechnologie ist ein gesellschaftlicher Diskurs, der vom Reduktionismus geprägt ist, die DNA sei ein Code und daraus wird der Mensch gemacht. Erst die Überwindung dieses Reduktionismus öffnet subversive Handlungsräume gegen die aufkeimende subtile Eugenik. [ A C T G ] enome leistet diese inhaltlichen Ansprüche in der Projektumsetzung nur teilweise. Wir möchten genauer darauf eingehen, warum.

Die erste Frage, die sich stellt, ist die nach der Projektform. Kann eine derartige inhaltliche Position überhaupt mit einem abstrakten Projekt deutlich genug veranschaulicht werden? Wären Texte nicht die passendere Form? Dass die Gruppe Critical Art Ensemble, die eine sehr differenzierte und kritische Position zur Gentechnologie einnimmt, sehr oft mit Texten arbeiten, ist wohl kein Zufall. Schliesslich geht es darum, gesellschaftliche Bewusstseinsarbeit, oder nach Haraway politische Arbeit zu leisten. Vermutlich sind Texte tatsächlich die pointierteste Form einer solchen Positionierung. Wir wollten trotzdem versuchen, ob wir auf einer abstrakten Ebene zu Aussagen kommen können. Was wir als Projektform von Anfang an ablehnten, war das Spiel mit Genmanipulationen, wie zum Beispiel der genmanipulierte fluoreszierende Hase (siehe Recherche). Unserer Ansicht nach lösen solche Projekte zwar breite Kontroversen aus, weil eine gewisse Schockwirkung immanent ist, treffen aber wohl kaum den Reduktionismus, der uns am Herzen liegt. Unsere Idee war nun, eine formale Anlage zu finden, die diesen Reduktionismus verdeutlichen kann. Und damit sind wir ganz schön in Probleme geraten.

Wenn wir also weder mit Texten noch mit konkreten Bildern arbeiten wollen, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als uns mit der Form, der Syntax, des Projektes zu beschäftigen und zu versuchen, aus der Form auf die Semantik, gar Pragmatik zu verweisen. Semantik in diesem Kontext meint, den Reduktionismus aufzuzeigen, Pragmatik das politische Handlungsbewusstsein. Wir haben uns darum näher mit System- und philosophischen Theorien beschäftigt, insofern diese Beschreibungsmodelle von Zusammenhängen, Wirkungen, Kraft und Subjektkonstitutionen in netzartigen Denkstrukturen sind. Im Kontext der Neuen Medien mit seiner Interaktionsfähigkeit gingen wir darum von einer Handlungsanlage aus. In einer ersten, simplen Version des Projektes konnte der/die BesucherIn am Interface Gene manipulieren, zwar eine virtuelle aber konkrete Handlung, die dann bestimmte Wirkungen auf den Projektionen entfaltet. Diese Wirkungen sollten die nicht-linearen Zusammenhänge bewusst machen. Die Manipulation ist dabei die gesellschaftliche reduktionistische Sichtweise. Die Wirkung ist nicht durch diese Handlung kontrollierbar, wird aber durch sie beeinflusst. So weit so gut. Weil wir diese Anlage erst am Schluss real zusammenbauen können, sind wir während der ganzen Zeit der Projektentwicklung auf unsere Vorstellungskraft angewiesen. In Diskussionen mit verschiedenen Personen mussten wir feststellen, dass wir diese Wirkung kaum aus dieser simplen Anlage erzeugen können, und zwar gerade weil die Projektionen abstrakt nur die Wirkungen zeigten und der Inhalt nicht konkretisiert war. Hinweise darauf, die DNA als Code selbst zu benutzen und die Projektionen aus diesem Code aufzubauen, lehnten wir ab. Einerseits sind aus solchen Codes generierte Bilder ebenso willkürlich wie unsere Samples, wie wir aus eigenen früheren Projekten erfahren haben, anderseits hätten wir dann genau diesen Reduktionismus angewandt, den wir angreifen möchten. Nur ein klares, absolut deutliches Kippen des Projektes hätte diesen Reduktionismus im Projekt selbst bewusst gemacht.

Wir haben das erste simple Projekt um das Kippen von Interface und Projektionen erweitert und damit eine stärkere Verbindung der beiden Teile erreicht (siehe Konzept). Uns schwebt aber nach wie vor eine ganz andere Lösung vor. Bevor wir auf unsere Lösungsintension eingehen, möchten wir an dieser Stelle unsere Erfahrungen mit dem prozessmässigen Vorgehen anbringen.

Wir sind voll und ganz überzeugt, dass sich dieses Vorgehen für experimentelle Projekte hervorragend eignet. Neu war für uns die Erfahrung, dass nicht ein Konzept erstellt wird, das dann in etwa diesem folgend umgesetzt wird, sondern Inhalt, Konzept, Umsetzung parallel erfolgen und sich gegenseitig beeinflussen. Kritisch ist allerdings die Frage der Zeit, weil nie vorausgesagt werden kann, wie weit das Projekt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickelt werden kann. Wir haben also auch am 'vorläufigen Ende' des Projektes noch wichtige Fragen offen, ja die zentrale Frage nicht beantwortet. Wie können wir Handlungsräume öffnen?

Wir sind überzeugt, dass eine abstrakte Lösung auf der Ebene der Form möglich ist. Form heisst in unserem Kontext Handlung. Wir sind, wie wir meinen, zu der falschen Ansicht gelangt, Handlungsräume durch Handeln selbst über ein Interface und seine Wirkung darstellen zu können. Unserer heutigen Überzeugung nach, kann ein Handlungsraum nur durch eine Transformation von Handlung mit gleichzeitigem Positionswechsel erzeugt werden, weil erst dadurch die Handlung sichtbar und reflektierbar gemacht wird, wenn man sie quasi in einer anderen Form zurückwirft. Wir meinen damit explizit nicht, dass Handeln an einem Interface in einem bestimmten Kontext stattfindet und dieser von oder über Maschinen beantwortet wird. Wir möchten an einem Beispiel aus der Videokunst (siehe Site) unseren Standpunkt veranschaulichen. Paul Pfeiffer benutzt Fernsehaufnahmen von Basketballspielen und schneidet sie so zusammen, dass der Ball immer im Mittelpunkt ist. Formal sind diese Videos eine zweifache Transformation des realen Spiels, zuerst ins Medium Fernsehen und dann ins Medium Video und damit vom realen Raum auf eine 2D-Bildabfolge. Pfeiffer ändert gleichzeitig mit der Transformation ins Medium Video auch den Beobachterstandpunkt. Und damit öffnet er einen neuen Raum, eine andere Sicht auf den realen Raum, und zwar über die Form. Eine ähnlich-formale Lösung suchen wir für unser Projekt, die wir bisher nicht gefunden haben. Wir wären damit unserem inhaltlichen Ziel näher gerückt.

 

 

 

 

TEIL 2 [ A C T G ] enome PROZESSE

Im Kontext der Neuen Medien wird immer wieder von Prozessen, Netzwerken und Handlungs-Environments gesprochen. Wir fragten uns, welches Projektvorgehen ist diesem Medium angepasst ist. Gibt es andere Vorgehensweisen als Top-Down, vom Groben ins Detail, vom Konzept zur Realisierung. Wir versuchten unser Projekt konsequent prozessorientiert zu entwickeln. In einer ersten Phase entwickelten wir ein Konzept nach diesem Vorgehen, das wir dann ebenso prozessorientiert umsetzten. Wir begannen das Konzept mit dem ersten Thema Gen- und Informationstechnologie. Darin stellten sich weiterführende Fragen und Begriffe, die wir als sinnvoll erachteten, auszuschärfen. Auf diese Weise entstanden Texte, die sich rhizome-artig entlang von Themen entwickelten. Zu keinem Zeitpunkt konnten wir wissen, wohin uns dieses Vorgehen führen wird. Wir merkten währen der Arbeit relativ früh, dass wir einen Rahmen finden mussten, um eine gewisse Kohärenz beibehalten zu können. Unsere Lösung war eine Map, die sämtliche Begriffe und ihre Relationen, wie diese verbunden sind, enthält. Wir nannten sie KreaturalMaschine. Wenn ein Thema aus diesem Rahmen gefallen wäre, hätten wir es auf diese Weise rechtzeitig bemerken und dieses Thema als nicht relevant für unseren Kontext abtun müssen. Diese GedankenMaschine war unsere Selbstkontrolle. Das Konzept, das daraus entstand, war diese Map selbst.

Wir haben im Nachhinein die Themen und Begriffe in zeitlicher Abfolge in folgender Grafik dargestellt:

 

 

In der Mitte sind die Themen aufgelistet, die wir bearbeitet haben. Diese Themen sind in den folgenden Texten, wie wir sie für unser Projekt entwickelt haben, beschrieben. Die Themen sind ein Produkt der Begriffe, die sich aus einem Thema ausschärften. Die Begriffe und ihre thematischen Verbindungen sind in der oberen Hälfte der Grafik dargestellt. In der unteren Hälfte sind Begriffe aufgelistet, die nicht mehr weiter in Themen einflossen, jedoch in die KreaturalMaschine eingegangen sind. Zum Beispiel sind wir beim Thema Gen- und Informationstechnologie zum Human Genome Projekt gelangt. Zeitlich viel später stellte sich die Frage nach dem Bild in unserem Projekt. Zum Human Genome Projekt sind die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Darstellungen verknüpft. Gleichzeitig brachte uns die Beschäftigung mit Raum und Zeit beim Thema Bild auf die Zeitkristallisationsmaschine, die den Visualisierungen gegenüber gestellt wird. Und so weiter. Die Texte sind entlang der obigen Themenbereiche nachfolgend beigefügt.

Das Konzept, das aus dieser Vorgehensweise erarbeitet wurde, ist in folgender KreaturalMap dargestellt:

Wir möchten diese Form des Konzeptes an dieser Stelle nicht weiter erklären. Einerseits geben die folgenden Texte genauer Auskunft zu den verwendeten Begriffen, zum anderen kann auf unserer Dokumentations-Site detaillierter in diese Map eingestiegen werden. Betonen möchten wir, dass die Verbindungen zwischen den Begriffen Relationen darstellen, in dem Sinne, dass sie für Beeinflussung, Bewegung, Kraftverhältnisse oder wie man es auch nennen könnte, für aktive und passive Handlungen stehen. Das im ersten Teil beschriebene Konzept ist eine Zustandsbeschreibung zum Zeitpunkt der Projektabgabe. Weder das Konzept noch die Umsetzung können nach diesem Vorgehen als abgeschlossen gelten. Sie sind immer nur die aktuelle Beschreibung einer Entwicklung. Wir möchten an dieser Stelle auch auf die Kritik zum Projekt verweisen.

 

G E N - und I N F O R M A T I O N S T E C H N O L O G I E
Marge Piercy stellt in ihrem Science-Fiction-Roman 'Er, Sie und Es' zwei Figuren gegenüber. Da ist Jod, der Cyborg, und Nili, die Hybride. Jod ist eine Maschine, als Waffe konzipiert, die aussieht wie ein Mensch und der menschliches Verhalten einprogrammiert ist, wie Bewusstsein, Gefühle, soziale Lernfähigkeit, ein Hang zu menschlichen Bindungen etc. Jod ist der perfekte Maschinen-Mensch. Nili dagegen stammt aus einem Frauenvolk aus der verbotenen Zone, das die Gentechnologie perfektioniert hat. Diese Frauen sind hochgradig manipuliert. Ihre Körper sind den lebensschädlichen Umwelteinflüssen angepasst, Kampfmaschinen, mit übermenschlichen Fähigkeiten. Nili ist die perfekte Mensch-Technoide.
In diesen beiden Figuren trifft die Informationstechnologie auf die Gentechnologie. Es ist die Schnittstelle, wo Cyborgs und Hybride sich ansiedeln.

Gentechnologie ist heute ohne Informationstechnologie nicht mehr denkbar. Damit ist nicht nur der Einsatz von Computern in gentechnologischen Labors gemeint, sondern gerade die Adaptierung informationstheoretischen Denkens in der Molekularbiologie. Die Verbindung der beiden Wissenschaften nahm in der postmodernen Informationstheorie zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ihren Anfang. Drei Namen sind mit dieser Entwicklung eng verknüpft: Claude Shannon, John von Neumann und Norbert Wiener. John von Neumann beschäftigte sich mit dem Bau selbstproduzierender Automaten, deren Model auf dem damaligen Verständnis einfacher biologischer Systeme basierte. Er entwickelte Modelle zur künstlichen Intelligenz und neuronalen Netzwerken. Claude Shannon formulierte eine mathematische Informationstheorie, die nur noch aus reiner Syntax oder Struktur besteht, d.h. Inhalt oder Semantik fallen weg. Norbert Wieners Kybernetik schliesslich versucht die ‚Regelung und Nachrichtenübertragung in Lebewesen und Maschinen' (Untertitel seines Buches zur Kybernetik) zu ergründen. Gerade wegen dieser Verbindung von Informationstheorie und Biologie interessierten sich Molekularbiologen für diese Entwicklungen und hofften auf fruchtbare Impulse zur Erklärung, was Leben ist.

1953 war das Schlüsseljahr der Molekularbiologie, als James Watson und Francis Crick ihren Artikel zur Doppelhelix publizierten (Doppelhelix ist die chemische und räumliche Struktur der DNA). Darin schreiben sie, dass die Struktur der DNA auch der Code ist, der genetische Informationen trägt. Euphorisch formulierte Francis Crick das ‚zentrale Dogma' der Molekularbiologie wie folgt: "Die DNA macht die RNA, die RNA macht Protein, und die Proteine machen uns." Das heisst nichts anderes, als dass die DNA die gesamte Information, den Bauplan, eines Lebewesens in sich trägt. Über Transkriptionen und Translationen wird daraus ein bestimmter Phänotyp erzeugt. Damit floss die Sprache und die Denkweise der Informationstheorie in die Genetik ein: Information, Programm, Code.

Diesen Prozess von der DNA zum Protein stellte man sich etwa so vor: Jedes Chromosom enthält ein DNA-Molekül, das sich aus einer Abfolge von vier verschiedenen Nucleotidbasen zusammensetzt. Diese vier Basen werden mit den Buchstaben A (Adenin), C (Cytosin), G (Guanin) und T (Thymin) bezeichnet. Der Transkriptionsprozess überträgt nun die Information der codierenden DNA auf ein RNA-Molekül. Je drei nachfolgende Nucleotidbasen (Basentriplett oder Codon) der RNA codieren in einem Translationsprozess eine Aminosäure, die an eine wachsende Proteinkette angeheftet wird und ein Proteinmolekül bildet.

In dieser Denkweise war der Auftrag, den Crick dem ‚RNA Tie Club' erteilte, nur konsequent: 20 namhafte Wissenschaftler sollten den DNA-Code knacken. ('RNA Tie Club' nannten sich diese Wissenschaftler, weil jeder von ihnen seine zu entschlüsselnde Aminosäure auf der Krawatte trug.) Man ging davon aus, dass zwischen den vier Nucleotidbasen und den 20 Aminosäuren eine Relation besteht, die mit kryptografischen Methoden entschlüsselt werden kann. Das Unternehmen scheiterte, weil die DNA eben kein Code, also Programm, zur Codierung der Aminosäuren ist. Trotzdem wurde weiter an der Sprache und Denkweise der Informationstheorie festgehalten, sie hat sich sogar für die wissenschaftliche Forschung als fruchtbar erwiesen. So wurden vereinfachte Annahmen bis heute dauernd revidiert und durch komplexere Modelle ersetzt. Das Human Genome Project ist das aktuellste Grossprojekt, das diese Verbindung von Informations- und Gentechnologie fortsetzt, ja wo die DNA erst vollständig zur Information wird.

1990 wurde HUGO, das Human Genome Project, mit dem Ziel gestartet, das menschliche Genom zu entschlüsseln. Im Februar 2001 wurde die erste vollständige Analyse der menschlichen DNA vorgestellt, d.h. die DNA-Sequenzen mit ihren Basen und den Genen, die darauf liegen. An HUGO arbeiten mehrere Forschungsteams in verschiedenen Ländern, die ihre Ergebnisse gegenseitig prüfen und u.a. im Internet publizieren. Die DNA ist nun reine Information, abgelegt in öffentlich zugänglichen Datenbanken. Seither schiessen neue Forschungsinstitute und Firmen nur so zum Boden heraus, die mit Informationstechnologien die DNA analysieren und deren wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Nutzen prüfen.

Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms konnte die Illusion nicht mehr weiter aufrechterhalten werden, dass wir den Schlüssel des Lebens in den Händen halten, was schon vor HUGO grundsätzlich bekannt war. Leben ist weit komplexer und kann nicht allein aus dem Gencode erklärt werden. Trotzdem wird an diesem REDUKTIONISMUS festgehalten. Z.B. finden sich in den Medien immer noch Ausdrücke wie ‚das genetische Programm' oder ‚das Buch des Lebens'. Nicht zuletzt die Politik operiert mit veralteten Prämissen, wie der Revisionsentwurf (Stand 2002) des Bundesrates zur Patentierung zeigt. Ein Gen wird dort definiert als "ein Abschnitt auf der Erbsubstanz (DNS), in dem die Information für die Produktion eines Proteins (...) gespeichert ist. Über diese Produkte bestimmen die Gene sowohl die Struktur als auch sämtliche Stoffwechselvorgänge eines Organismus". Bedenklich an einem solchen Patentrecht ist, dass bereits die Entdeckung eines Gens und ein möglicher Zusammenhang mit einer Krankheit oder Funktion zur Patentierung reicht und damit die Kausalität von Gen(e) und Krankheit festgeschrieben wird. Gleichzeitig wird die weitere Forschung an einem Gen durch hohe Patentzahlungen behindert oder verunmöglicht. Doch gerade die Erforschung der komplexen Wechselwirkungen von Genen, Proteinen und Umwelteinflüssen ist unseres Erachtens eine der Bedingung, eine nicht-reduktionistische Technologie der Gene zu entwickeln. Wäre dies einzig ein Phänomen der reinen Wissenschaft, würde es die Gemüter nicht dermassen erhitzen oder gar gesellschaftliche Ängste schüren. Die Gentechnologie hat längst das wissenschaftliche Labor verlassen und wirkt sich in der Gesellschaft aus. Z.B. könnten Versicherungen über DNA-Analysen ihre Risiken minimieren wollen und damit weitere gesellschaftliche Selektionsmechanismen festsetzen.

Die Frage, ob jemand für oder gegen Gentechnologie ist, ist in gleicher Weise reduktionistisch und längst obsolet, weil die Gentechnologie bereits Bestandteil der Gesellschaft ist. Es geht letztlich um einen nicht-reduktionistischen gesellschaftlichen Diskurs, welche Gentechnologie wir haben wollen und wie wir mit ihr umgehen.

In diesem Diskurs haben die Cyborgs und Hybriden ihren Auftritt. Die alte Dichotomie Natur - Kultur wird im Poststrukturalismus hinterfragt und die Schnittstelle zum Fokus der Analyse gemacht. Dabei stellen sich Fragen nach den Verbindungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Grenzen, Ausschliessungsmechanismen und Wirkungsmächten.

Wir wenden den Blick nochmals zurück auf die Entstehung der modernen Wissenschaften vor ca. 350 Jahren:

Das erste wissenschaftliche Labor hat Galileo Galilei geschaffen, als er die Fallgesetze ‚entdeckte'. Dabei hat er keine komplexen Vorgänge in der Natur beschrieben, sondern eine Laborumgebung geschaffen, in der experimentell Gesetzmässigkeiten nachgewiesen werden konnten. Robert Boyle mit seiner Luftpumpe gilt als Vater der empirischen Weltauffassung und damit der Trennung des Technischen vom Politischen. Wie konnte sich diese Trennung durchsetzen?

Haraway nennt diese Wissenschaftler ‚anspruchslose Zeugen'. Erst indem sie als Subjekte verschwinden und damit die Technologie objektiviert wurde, konnte der Raum der ‚Nicht-Kultur', der Technoscience, entstehen, den diese Männer bevölkern. Die Experimente dieser Wissenschaftler sind weder Artefakte, also erschaffen, noch sind sie Naturbeobachtungen. Sie unterliegen genauen Laborbedingungen und können in identischen Versuchsanordnungen immer gleich reproduziert werden. Dadurch entstehen Hybride oder Cyborgs zwischen Kultur und Natur, die für sich Objektivität beanspruchen. Welche Experimente für die weitere Entwicklung der Wissenschaften wichtig werden, unterliegt dem Diskurs und somit der Frage der Macht. Das Feld für den Diskurs der Grenzen zwischen einerseits Natur - Kultur und Hybride anderseits wird geöffnet, wo Aus- und Eingrenzungsmechanismen sich gesellschaftlich auswirken.

 


H Y B R I D E , C Y B O R G S , F L E S H M A C H I N E
Diese drei Begriffe markieren drei verschiedene Positionen, die sich mit den Auswirkungen der Wissenschaften auf die Gesellschaft beschäftigen. Bruno Latour zeigt, wie die Trennung von Kultur - Natur / Subjekt - Objekt / Natur - Gesellschaft Hybride erzeugt, deren Existenz die vollständige Verwirklichung der Moderne verhindern. Er plädiert für ein Parlament der Dinge, wo Hybride ihre gesellschaftliche Repräsentation erhalten. Donna Haraway bezieht sich auch auf die Trennung von Natur und Kultur, die ihren Begriffen nach den oder die Cyborg als Mittelwesen kreiert. Sie zeigt aber, anders als Latour, wie sich dadurch die Ungleichheiten der Klassen, Geschlechtern und Rassen wissenschaftlich im modernen Denken begründen lassen. Sie plädiert für eine Cyborg-Politik, die zu einer solidarischen Gesellschaft führen kann. Das Critical Art Ensemble konstatiert eine Perfektionierung der Maschinen des Staatsapparates im Dienste des Pankapitalismus. Es sind dies die Kriegs-, die Blickmaschine und die Flesh Machine. Mit diesen Maschinen können die Körper, materiell und als Text verstanden, nach ihren Vorstellungen perfektioniert werden.


In der Mitte des 17. Jahrhundert stritten sich der Naturphilosoph Robert Boyle (1627-1691) und der politische Philosoph Thomas Hobbes (1588-1679) (1) über die Gewaltentrennung zwischen Wissenschaft und Politik, und damit über die Frage, was modernes Denken sei.
Bis zu dieser Zeit waren Subjekt, Objekt (Natur und alle nicht-menschlichen Wesen) und das göttliche Prinzip ineinander verzahnt. Es gab keine Trennung, nur Transzendenz, d.h. die Anrufung von Wesen, die der weltlichen Autorität übergeordnet sind. Beide Philosophen sahen in dieser Vermischung und Transzendenz die Ursache der zu ihrer Zeit wütenden Bürgerkriege. Sie wollten je auf ihre Weise zur Befriedung der Gesellschaften beitragen und sahen die Lösung in der doxa. Boyle wollte die Wahrheit im wissenschaftlichen Experiment durchsetzen, Hobbes dagegen liess nur die Meinung des Souveräns und die von ihm eingesetzten Gesetze gelten.

 

Boyle erfand die Luftpumpe, mit der er Vakuums erzeugen konnte. Neu war daran nicht, dass er eine Laborumgebung geschaffen hat, die bestimmte Gesetze beweisen soll. Das erste wissenschaftliche Labor geht auf Galileo Galilei zurück, der 1638 die Fallgesetze publiziert hat. Boyle hat die Beweiskraft des Experiments als Kriterium der Wahrheit etabliert. Das wissenschaftliche Experiment muss durch die Meinung (doxa) von "glaubwürdigen, aufrichtigen und unabhängigen Zeugen" (Latour 1995: 28) als Faktum bezeugt werden. Boyle erstickte z.B. kleine Tiere im Vakuum, so dass alle das Vakuum als Tatsache anerkennen mussten, die dieses Experiment gesehen hatten. Haraway bringt die gesellschaftliche Macht dieser Experimente auf den Punkt: Sie nennt diese Zeugen anspruchslos, weil erst, in dem diese als Subjekte unsichtbar werden, das Experiment als wahr autorisiert werden kann. Diese anspruchslosen Zeugen konnten aber nur Männer sein, weil Frauen als Zeugen keine Stimme hatten. Da die Experimente in bürgerlichen, öffentlichen Räumen stattfanden, wurden sie in der Regel spät nachts durchgeführt, um Frauen auszuschliessen. Haraway sagt dazu:

"Um die Wirkung und Bedeutung ihres (der anspruchslosen Zeugen) Tuns dabei zu steigern, hatten die bescheidenen Männer für sich selbst unsichtbar und transparent zu sein, damit ihre Berichte nicht durch Körper verunreinigt seien. Nur auf diese Weise konnten sie ihre Beschreibungen anderer Körper autorisieren und die kritische Betrachtung ihrer eigenen verhindern. Dies ist ein entscheidender erkenntnistheoretischer Schachzug, mit dem sich die jahrhundertelangen Diskurse über Rasse, Geschlecht und Klasse als objektiv wissenschaftliche Berichte begründen liessen." (Haraway 1996: 358)

Die Fakten des Experiments im Labor sind zwar konstruiert, aber sie sind keine Artefakte. Jede Wiederholung des Experiments unter gleichen Bedingungen führt zwangsläufig zum gleichen Resultat und ist unabhängig vom Subjekt. Damit zeigt sich deutlich, dass diese Fakten weder ein Teil der Natur sind noch durch die Kultur hervorgebracht werden. Sie sind etwas dazwischen, was Latour Hybride und Haraway Cyborgs nennt.

Hobbes lehnte diese experimentelle Sichtweise ab und warf Boyle vor, sein Labor sei zwar öffentlich aber mit beschränktem Zugang. Die Trennung zwischen öffentlichem und privatem Raum vollzog sich in dieser Zeit und war für Hobbes eine wichtige Voraussetzung seiner Staatstheorie. Hobbes anerkannte als einzige Macht den Repräsentanten der Menge, ein durch den Gesellschaftsvertrag eingesetzter Souverän in einer Republik. Diesem muss auch die Wissenschaft unterstellt sein. Damit wendet sich Hobbes direkt gegen jede Anrufung transzendenter Wesen, seien es Götter, Geister oder Materie und für die Einheit des Vertreters. Nur so könne Frieden geschaffen und das Chaos gebändigt werden.

Den Streit zwischen Boyle und Hobbes möchten wir nicht weiter verfolgen und auf die weiterführende Literatur verweisen(3). Hobbes hat zwar die moderne Staatstheorie begründet, Boyles experimentelle Wissenschaftstheorie hat sich trotzdem durchgesetzt. Wichtig ist uns, dass seit dieser Trennung von Natur und Kultur neue nicht-menschliche Wesen entstehen. Ein genauerer Blick aus der Sicht Latours und Haraways auf diese Wesen wird im folgenden dargestellt.

 

H Y B R I D E   B E I   L A T O U R :

ERSTE DICHOTOMIE
nicht-menschliche Wesen
Natur
 
menschliche Wesen
Kultur
R E I N I G U N G
ZWEITE DICHOTOMIE

Hybride
Ü B E R S E T Z U N G

(Latour 1995: 20)

Mit Praktiken der Übersetzung werden Hybride, Mischwesen zwischen Kultur und Natur geschaffen, wie z.B. Laborprodukte. Diese Übersetzungsarbeit ist praktisch nur möglich, weil die Kultur von der Natur getrennt wird durch Reinigungspraktiken. Nach Latour sind wir nur wirklich modern, wenn wir die Reinigung und Übersetzung getrennt betrachten können. Wenn wir aber beides zusammen denken, sind wir nicht wirklich modern. Was heisst das nun?

Die erste Dichotomie der Trennung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Wesen ist nur sinnvoll, wenn daraus Hybride entstehen. Gleichzeitig wird die Herstellung von Hybriden eingeschränkt oder verboten, wenn die Trennung von Natur und Kultur nicht vollzogen wird. Wir sind nur modern, wenn wir beide Dichotomien getrennt betrachten. Das Paradox der Moderne sieht Latour darin, dass, je mehr wir uns verbieten, die Hybriden zu denken, die Hybriden sich vermehren. Wenn wir uns der Hybriden aber bewusst werden, dann können wir auch die Trennung Natur - Kultur nicht mehr in gleichem Sinne aufrechterhalten. Z.B. haben wir über längere Zeit das Ozonloch geschaffen, ohne uns dessen bewusst zu werden. Erst als wir uns des Ozonlochs als Produkt von Natur und Kultur, als Produkt einer technologischen Praxis, bewusst wurden, konnten wir Forderungen stellen, Praktiken zu verbieten, die das Ozonloch als Hybride erst schaffen. Ein anderes Beispiel aus der Gentechnologie ist die Klonierung. Das geklonte Schaf Dolly ist als Hybride nicht gross beachtet worden, weil gleichzeitig die Trennung von Natur und Kultur wirksam war. Erst beim menschlichen Klon regen sich die Gemüter, weil die Reinigungspraktiken nicht mehr funktionieren. Darum plädiert Latour für ein 'Parlament der Dinge', das heisst der Hybriden, damit diese nicht nur präsent sind, sondern gesellschaftlich repräsentiert werden und eine Stimme erhalten.

 

C Y B O R G S   B E I   H A R A W A Y:
"Cyborgs sind kybernetische Organismen, Hybride aus Maschinen und Organismus, ebenso Geschöpfe der gesellschaftlichen Wirklichkeit wie der Fiktion. Gesellschaftliche Wirklichkeit, d.h. gelebte soziale Beziehungen, ist unser wichtigstes politisches Konstrukt, eine weltverändernde Fiktion." (Haraway 1995:33) Wie in dieser Definition bereits anklingt, verwendet Haraway den Begriff Cyborg auf zwei Arten. Einerseits sind sie hybride Wesen / Objekte, die durch unsere Wissenschaft in Verbindung von Organischem und Technischem hervorgebracht werden. Anderseits bezeichnet sie damit die Menschen der 'Postmoderne' und verbindet diese mit ihrer oppositionellen feministischen Erzählfigur.

Cyborgs sind unsichtbar und allgegenwärtig und darum materiell und politisch schwer zu erkennen. Sie sind eine Frage des Bewusstsein. Cyborgs sind also nicht nur eine materielle Realität, sondern auch eine imaginäre, was in der Definition des Begriffes in doppelter Weise mit gesellschaftlicher Wirklichkeit gemeint ist. In Haraways Cyborgmythos geht es um das Überschreiten von Grenzen, machtvollen Verschmelzungen aber auch um gefährliche Möglichkeiten, die Aufzudecken sie als politischer Arbeit begreift.

Haraway beobachtet die Auflösung von Grenzen:

- zwischen Menschen und Tieren (Natur - Kultur)
- zwischen Tier-Mensch (also Organismen) und Maschinen
Sie meint damit Maschinen, die nicht mehr eindeutig als solche erkennbar sind, oder genauer: bewusst sind, und sich mit dem Organischen verbinden.
- als Teilmenge davon: zwischen physikalischem und nicht-physikalischem
Dadurch kommen die Mikrochips in den Blickwinkel.

Die Beziehung zwischen Organismus und Maschine ist immer auch ein Grenzkrieg. Ein Kriegsgebiet um Produktion, Reproduktion und Imagination. Aus der Existenz der Cyborgs leitet sie zwei mögliche Szenarien ab: das weitere Vordringen der männlichen Herrschaftsverhältnisse in der restlosen Aneignung der Körper der Frauen (Gentechnologie in der Reproduktion), eine Welt der Codierung und Kontrolle oder eine gelebte soziale und körperliche Wirklichkeit, in der Menschen, Tiere und Maschinen furchtlos miteinander verbunden sind. Cyborgs sind im feministischen utopischen Sinne Geschöpfe der Post-Gender-Welt, da durch das Aufweichen der Grenzen zwischen Menschen und Maschinen auch kategoriale Dualismen wie Mann-Frau obsolet werden. Es könnte eine neue solidarische Gesellschaft jenseits der Grenzen von Rassen, Klassen und Geschlecht entstehen.

 

D I E   F L E S H   M A C H I N E   D E S   C R I T I C A L   A R T   E N S E M B L E  ( C A E )
Das CAE fasst den Begriff Cyborg im engen Sinne als organisches Wesen auf, dass auf eine "komplexe technologische Superstruktur abgestimmt ist" (CAE 1998:22). Sie teilen die Cyborgs in zwei Ordnungen ein. Bei Cyborgs erster Ordnung hängen die organische Plattform und die technologische Superstruktur vollkommen voneinander ab. Sie sind eine reine Zukunftsvision und bevölkern lediglich Science Fictions. Dagegen sind Cyborgs zweiter Ordnung sehr verbreitet. Sie bestehen aus einem Organismus, der mit austauschbaren vereinheitlichten technologischen Systemen, Prothesen, ausgestattet ist.

Die Technokultur zeichnet sich durch einen Diskurs um die neuen Kommunikationstechnologien aus. Gleichzeitig wächst das Interesse an der Technologie des Fleisches (exponentielles Wachstum; CAE). Gemeinsam ist beiden Diskursen, dass sie zwischen grösster Kritik / Skepsis und höchster Akzeptanz / Utopie schwanken. Sowohl die Informations- als auch die Gentechnologie werden zuerst zur Verbesserung des Sehens eingesetzt: "Bildsysteme sind der Schlüssel zu apokalyptischen wie auch zu utopischen Tendenzen." (CAE 1998:43) Bildsysteme sind für CAE der erste Schritt, Räume kulturell zu konstruieren und ideologisch zu besetzen. Dies wird im Folgenden durch die drei Maschinen erklärt, die der Pankapitalismus einsetzt, um seine Macht zu maximieren.

Althussers Theorie des Staatsapparates - er trennt den repressiven vom ideologischen Staatsapparat - wird durch die Kriegsmaschine und die Blickmaschine repräsentiert. Die Kriegsmaschine ist der Gewaltapparat, der versucht die sozialen, politischen und ökonomischen Beziehungen aufrechtzuerhalten, damit diejenigen, die an der Macht sind, diese Macht aufrecht erhalten oder gar ausbauen können. Die Blickmaschine verfolgt zwei Ziele. Einerseits markiert sie den Raum der Überwachung und Kartierung (z.B. Satellitenbilder, Genomsequenz, Mikroskop), anderseits dient sie der Kontrolle der symbolischen Ordnung. Dadurch wird der Krieg und die Gewalt des repressiven Staatsapparates für die 'gewöhnlichen' Menschen normalisiert (z.B. CNN-Bilder vom Golfkrieg). Die dritte Maschine ist die Flesh Machine, die erst jetzt langsam erfolgreich als Machtinstrument eingesetzt werden kann, durch Gentechnologie, Medizin und kombinierte Technologien von Organischem und Technischem. Die Flesh Machine wird eugenisch nutzbar! Und um Eugenik geht es dem Staatsapparat im Pankapitalismus. Damit ist nicht nur die Rassenhygiene gemeint, sondern auch viel subtilere Formen der Vernichtung und Ausgrenzung von Nichtkonformen. Die Flesh Machine ist angepasst an die kapitalistischen Bedürfnisse und damit an die Gesetze des Marktes. Obwohl heute Gentechnologie noch kaum eugenisch eingesetzt werden kann, wird bereits ein eugenisches Bewusstsein geschaffen.

Der "visuelle Apparat" muss immer vor den "Waffen" kommen. Am visuellen Apparat wird rasant gearbeitet. So werden z.B. anhand des menschlichen Genoms, dessen DNA-Karte nun erstellt ist, Gendefekte gesucht, die bestimmte Krankheiten verursachen könnten. Auch wenn wir gegen solche Krankheiten noch keine Medikamente entwickelt haben, ist bereits ein Markt für diese Bilder / Karten und Informationen entstanden. Bei Versicherungen, Arbeitgeber etc. wird bereits diskutiert, die DNA-Analyse einzuführen, um potentielle Risikopersonen auszuschliessen. Dieses eugenische Denken ist im Fortschreiten begriffen, die Ethik findet keinen Platz mehr.

 

P R O Z E S S E
Wie kann die Welt der Cyborgs gedacht werden? Auf keinen Fall dürfen wir sie kategorial betrachten. Wir wollen sie als Prozesse in Netzwerken verstehen und versuchen zu hinterfragen, welche Prozesse zwischen Mensch und Maschine ablaufen. Wir konzentrieren uns dabei nicht auf den gentechnologischen Fokus unseres Projektes, sondern auf die mediale Handlungsebene. Wie können wir eine solche Verbindung formal herstellen? Was heisst Interaktivität?

Bei Maschinen ist das Denken von Prozessen einfach, da deren Programmierung explizit darauf basiert. Schwieriger ist die Frage, wie humane Prozesse in der Verbindung von Mensch-Maschine verstanden werden können. Dabei geht es uns nicht um Fragen der gesellschaftlichen Wirkung von Informationstechnologien, sondern um die individuelle Handlungs- und Erfahrungsebene, die ein Mensch in der Interaktion mit Maschinen machen kann.

Wenn man z.B. im Internet mit Maschinen kommuniziert, ist dies primär ein Trigger für maschinelle Prozesse. Sekundär kommt auch eine Rückkoppelung ins Spiel, indem der Maschinen-output Prozesse bei der Userin / dem User anstösst. So kann ein Text gelesen werden, ein weiterer Klick auf eine Site erfolgen, die Maschine ausgeschaltet werden usw. Von der Maschine aus gesehen, läuft dieser sehr simple Prozess ohne Rückkoppelung ab, ist also nur Trigger, um einen Prozess anzustossen, weil die Maschine sonst ein Bewusstsein haben müsste. Wir fragen uns, wann ist die Maschine für einen Menschen mehr als ein Tool, um Informationen abzufragen, Bilder anzuschauen, Musik anzuhören oder anderes. Ist sie einfach eine Prothese des Menschen, wie CAE die heutigen Cyborgs definieren? Kann das Interagieren mit dem Computer Handlungsräume öffnen, die über die Interaktion mit der Maschine hinausweisen und wie? Wir können diese Fragen nicht beantworten und versuchen über die Systemtheorie weitere Impulse zu erhalten.

Wie Koutroufinis in seinen Analysen über selbstorganisierende Systeme zeigt, können creatura (das Belebte, Biosphäre) und pleroma (das Unbelebte) nicht aus der gleichen Systemtheorie erklärt werden, wenn das Selbst eines Individuums miteinbezogen wird. Sie verhalten sich anders.

Im nächste Text versuchen wir einige von Koutroufinis' Thesen und Analysen aufzugreifen, die auf die unterschiedlichen Bedingungen der Biosphäre und des Unbelebten eingehen.

 

S Y S T E M T H E O R I E
Wenn wir versuchen Systemtheorien, die u.a. aus den Bereichen Thermodynamik, Kybernetik und Autopoiesis entstanden sind, vom Unlebendigem auf die Biosphäre zu übertragen, dann ist dieser Ansatz reduktionistisch. Wir möchten an zwei Beispielen Unterschiede aufzeigen, wie Koutroufinis sie in seinen Thesen herausgearbeitet hat.

Randbedingungen werden von aussen einem physikalischen-chemischen-technischen System zugefügt und kontrolliert. Z.B. können Temperatur und Druck in einem chemischen Experiment die Randbedingungen sein. Diese werden während des Versuches konstant gehalten. Das System selbst kann diese Randbedingungen nicht kontrollieren. Bei Nicht-trivialen-Maschinen werden die Randbedingungen durch den Input aus der 'Umwelt' festgelegt. (Nur die Nicht-trivialen-Monologe bestimmen ihre Randbedingungen selbst, da sie sich nur mit sich selbst austauschen und darum uninteressant sind.) Unter vorgegebenen Randbedingungen verhält sich ein physikalisch-technisches System geordnet. Wenn diese Systeme auf ihre Randbedingungen zurückwirken, werden sie chaotisch.

Koutroufinis geht davon aus, dass es bei der creatura keine äusseren Randbedingungen gibt, obwohl dieser Sachverhalt nicht bewiesen werden kann. Da stellt sich die Frage der inneren Kohärenz, damit ein Organismus nicht ins Chaos driftet, eine Bedingung eines sich selbst erhaltenden Systems. Auf eine bestimmte Weise muss die creatura ihre Randbedingungen selbst bestimmen und verändern, um ein kohärentes Selbst zu erzeugen. Dazu ist es nötig, dass die einzelnen Bestandteile eines Organismus sich gegenseitig beobachten, Selbstbeobachtung. Das bedeutet aber, dass jedes Untersystem das Selbst des ganzen Systems in sich widerspiegeln muss. Koutroufinis vergleicht dies mit einem Hologramm oder einem Fraktal.

Aus dieser Gegenüberstellung von Maschinen und Organismus am Beispiel der Randbedingungen wird klar, dass es sich bei Maschinen um hierarchische Systeme handelt, weil sich Randbedingungen auf einer höheren Ebene als das System selbst befindet, bei Organismen aber um ein heterarchisches System, das sich selbst aus sich heraus beobachtet.

Ein weiterer interessanter Punkt ist die Frage der Zeit. Diese Frage werden wir später nochmals aufgreifen. Es kann aber festgehalten werden, dass physikalisch-technische Systeme ein anderes Raum-Zeit-Verhältnis haben als Organismen.

Was bedeuten diese Ausführungen nun für eine Cyborg? Nach Haraway müssen sich die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen. Wenn wir vom Bewusstsein ausgehen, dann kann die Maschine, die sich wie ein Mensch verhält, als Cyborg verstanden werden. Auf der formalen Ebenen, der Ebene der Systeme bleibt die Grenze zwischen Maschine und Mensch evident. Die Problematik wird aus obigen Ausführungen klar.

Wir gelangen nun zum KreaturDenken Hans Peter Webers, indem er ein System entwirft, das alle Kreaturen aus einer einheitlichen Theorie zu begründen sucht. Diese Theorie findet im Denken statt.

 

K R E A T U R A L - M A S C H I N E
Weber entwickelt in seinem Text ein Modell, Kreaturen und ihre internen und externen Relationen zu beschreiben. Diese Kreaturen entstehen und werden beeinflusst durch generative Prozesse. Als Kreaturen bezeichnet er alles, was sich dem Denken anbietet, von Molekülen bis zu den höchstraffinierten Kreaturen Mensch oder Gesellschaft. Dieses Modell ist komplex, weil gleichzeitig technische Prozesse in Maschinen als auch soziale Prozesse erklärt werden.

Eine Kreatur entsteht aus einem molaren Fluss, einem diffusen und undifferenzierten Grund, der nur aus Intensitäten besteht. Diese Intensitäten flukturieren, getrieben durch Anziehung und Abstossung, ausgelöst durch Spins. Sie generieren sich folglich selbst. Diese Intensitäten bezeichnet Weber als Virtualität, weil sie virtuell das Potential zur Manifestation von Kreaturen in sich tragen. Dieses generative Element kann nun zu Intensitätsfeldern führen, die sich zu einer Einheit zusammenschliessen. Diese Einheit ist eine noch sehr einfache Kreatur. Weil jede Kreatur generativ resp. evolutionär in ein Kreaturnetz eingebunden ist, können sich die Kreaturen verändern. Entweder entwickeln sie sich zu höher raffinierten Kreaturen oder fallen zurück in den Intensitätsfluss. Eine Kreatur wird also von aussen immer wieder durch andere Kreaturen in Spannung gesetzt, die sie ausgleichen muss, will sie ihre Kreatur aufrecht erhalten. Gerade weil dies nicht immer gelingt, können neue Kreaturen erst entstehen.

Weber sagt: "Dem Denken bietet sich alles als Kreatur. Und das Denken selbst ist Kreatur unter Kreaturen." Kreaturen sind somit alles, was wir denken können: Menschen, Gesellschaft, Computer, aber auch Raum und Zeit (R/Z ist nicht der Ursprung!),....

Eine Kreatur ist in ihrer vereinfachten Form folgendermassen aufgebaut:

Die Existenzbedingung einer Kreatur selbst in ihrem Innern ist ein Gefüge der vier Pole: VIRTUOSITÄT (V) (Logik), KONSISTENZ (K), ORGANISATION (O) und FORMATION (F). Fehlt einer dieser Pole, fällt die Kreatur zusammen. Die Pole sind untereinander verbunden durch Spannungen, Kräfte, die Weber mit Schied und Chroma bezeichnet. Schied ist die Differentiation, Chroma die Kohäsion, Relation. Eine Kreatur steht also unter der Spannung zwischen Differenz und Integration und zwar sowohl intrinsisch wie auch extrinsisch. Sie muss die Unterscheidung zwischen Eigen- und Umwelt leisten und dabei permanent die Wirkungen der Umwelt im Innern ausgleichen. Sie muss aber auch ihre inneren Spannungen in einem relativen Gleichgewicht halten. Eine Kreatur ist immer in Bewegung, prozessiert permanent.

Jeder der vier Pole hat eine bestimmte Ausprägung:

Virtuosität:
intrinsisch: Inkrimination, d.h. die Eigen-Krimination, und die Intelligenz-Modi
extrinsisch: die Fremd-Diskrimination, d.h. die Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Anderen

Konsistenz:
intrinsisch: Konservation, physisches Verhalten / Halt
extrinsisch: die Bindung, Anpassung

Formation:
intrinsisch: Eingrenzung, Fassung
extrinsisch: Abgrenzung, Kontrast

Organizität:
intrinsisch: Massregelung, Normierung, Prozessstabilität (Ordnung gegen den Zerfall)
extrinsisch: Hegemonie, Überlegenheit, Abgrenzung

Diese Spannung oder Kraft, denen die Kreaturen ausgesetzt sind, ermöglicht erst die Generativität durch Turbulenzen oder Drift. Durch Generativität können sich Kreaturen höher oder auch niedriger raffinieren.

Eine Bemerkung zum Text 'Systemtheorie' drängt sich auf. Dort wurde die Frage der Randbedingungen in der Biosphäre aufgeworfen. Webers Modell zeigt nun schlüssig, warum in wissenschaftlichen Experimenten Randbedingungen wichtig sind. Sobald nicht mehr alle 4 Pole einer Kreatur einbezogen werden, bedeutet dies konkret, dass die übrigen über Randbedingungen kontrolliert werden müssen, was als Rauschunterdrückung bezeichnet wird. Wie Koutroufinis fordert, reicht diese Anlage für biosphärische und somit kreaturale Modelle nicht aus und ist reduktionistisch.

 

R A U M und Z E I T
Die Frage nach der Zeit haben wir oben kurz erwähnt. Wenn man über Zeit redet, stellt sich auch die Frage nach dem Raum. Einige Aspekte von Zeit und Raum möchten wir hier ansprechen.

Zeit und Raum werden in der Differenzphilosophie über Relationen konstituiert, sind also nichts natürliches. Ein schönes Beispiel für eine Raumkonstitution ist ein Fussballspiel: Ein Stadion wird erst zum Fussballstadion, wenn darin Fussball gespielt wird und nicht etwa eine Modeschau gezeigt wird. Während des Spiels versuchen die Spieler sich freizulaufen, also Freiräume für sich zu besetzen oder gegen die Gegenmannschaft zu decken. Dadurch entsteht erst der Raum.

Zeit, damit meinen wir nicht die physikalische Zeit, die mit Uhren gemessen wird, entsteht durch Wiederholung. Ohne Wiederholung wäre alles gleichzeitig. Dadurch entsteht ein individuelles Zeitempfinden. Die Musik arbeitet explizit mit diesem Phänomen und hat theoretisch darauf verwiesen. Die Problematik der Wiederholungen werden wir im Text 'Bilder' aus einer anderen Perspektive nochmals aufnehmen und unter dem Begriff Erinnerung präzisieren.

Wie der Raum ist die Zeit relativ und konstituiert sich erst durch Beziehungen.

Den Anstoss, uns mit Raum und Zeit auseinander zu setzen, gab uns Lacan. In seiner Theorie ist das Unbewusste eine Instanz der Realität. Das Unbewusste besitzt eine eigene symbolische Sprache. Eine Sprache besteht immer aus Syntax (Struktur), Semantik (Bedeutung) und Pragmatik (Inhalt, Aussage). Wenn wir nun versuchen einen Traum rein syntaktisch zu untersuchen, stellen wir fest, dass verschiedene Spielvarianten von Zeit und Raum auftreten. So kann eine Person in einem Traum gleichzeitig an verschiedenen Orten sein, die Zeit kann plötzlich stillstehen oder in einem accelerando / ritenuto die Geschwindigkeit ändern. Das heisst nun aber Zeit und Ort SEIN. Im Gegensatz dazu steht Zeit HABEN. Zum Beispiel ist die Statistik der Lebenserwartung und die Einteilung des Lebens nach verschiedenen Phasen wie Arbeitsleben oder Pensionierung definiert als eine lineare Zeitabfolge. Zeit SEIN dagegen ist eine Frage des Zeitbewusstseins.

 

S U B V E R S I O N
Im Text zu Cyborgs und Hybriden sind subversive Positionen nur angedeutet. Wir möchten in diesem Text der Subversion bei Haraway, Latour und CAE genauer nachgehen.

Sowohl Haraway als auch Latour plädieren für die Akzeptanz der Hybriden und Cyborgs, um eine Politik des Widerstandes zu formulieren, allerdings aus unterschiedlichen Sichtweisen.

Latour plädiert für eine politische Repräsentation der Hybride, weil dadurch die unkontrollierte Ausbreitung der Hybriden unterbunden wird. Als Paradox der Moderne bezeichnet er die Verbreitung der Hybride gerade durch ihre Ignoranz. Erst durch ihre Repräsentation und damit ihr Eintreten in den politischen Diskurs werden Hybride aushandelbar.

Haraway sieht eine Auflösung der Grenzen zwischen Mensch und Maschine für möglich, indem die Cyborgs akzeptiert werden. Der subversive Potenzial liegt genauer betrachtet auf der Ebene der Sprache und Kommunikation. Sie sagt, dass "das gesamte Universum möglicher Objekte als kommunikationstechnisches (aus der Perspektive der ManagerInnen) oder als texttheoretisches Problem (aus der Perspektive des Widerstandes) reformuliert werden muss." (Haraway 1995:50) Das kommunikationstheoretische Schlüsselproblem ist eine Frage der Codierung, eine Theorie der Sprache und Kontrolle. Auf der anderen Seite haben z.B. Feministinnen wie Butler gezeigt, dass der Körper eingeschriebener Text ist, d.h. der Körper ist diskursiv besetzt. Haraway plädiert darum für eine Cyborg-Politik gegen die perfekte Kommunikation, den perfekten Code, dessen Semantik eindeutig ist, für das Rauschen und Verschmutzen der Sprache. Im gentechnologischen Kontext betrachtet heisst das aber nichts anderes, als die DNA nicht reduktionistisch als eindeutigen Code zu betrachten, sondern die mehrdeutige Semantik zu akzeptieren, die DNA texttheoretisch zu lesen.

Anders als Haraway und Latour, die optimistisch subversive Gegenpositionen aufzeigen, scheinen CAE der Macht dieser Maschinen keinen Widerstand entgegen setzen zu können, weil die Kriegs-, die Blickmaschine und die Flesh Machine zusammenarbeiten und bereits unglaublich perfekt sind. Sie schreiben:

"Sicher ist, dass die Flesh Machine mit der Kriegsmaschine und der Blickmaschine des Pankapitalismus eine wechselseitige Abhängigkeit aufweist und mit diesen in Beziehung steht. Und dass sie sicherlich die Gewalt und Unterdrückung ihrer Vorgänger durch die Rationalisierung der letzen Komponente des Produktions/Komsumprozesses (also des Fleisches) intensivieren wird. Solange keine Karten für den Widerstand hergestellt und durch die Sichtweisen zahlreicher kontroversieller Stimmen miteinander verknüpft werden, wird es keinen praktischen oder strategischen Weg geben, um dieser neuen Attacke auf die Visionen, den Diskurs und die Praxis der Befreiung Widerstand zu leisten." (CAE 1998:88)

Vom subversiven Potential der Cyborgs wollen wir nun den Blick auf die Philosophie richten, die immer wieder subversive Ansatzpunkte in der Theorie sucht.

Seit Decartes hat sich die Philosophie mit den Naturwissenschaften vernäht, was in den Systemtheorien gipfelt. In dieser Tradition stehen sowohl N. Luhmann und HP Weber als Soziologen, aber auch die Differenzphilosohpie von G. Deleuze und anderen. S. Zizek, das enfant terrible der Philosophie, grenzt sich davon ab und nimmt die Linie von Kant und Hegel, betrachtet durch die Lacansche Brille, wieder auf. Er fragt nach den subversiven Möglichkeiten der Philosophie und setzt sich u.a. mit dem Wahrheitsereignis von A. Badiou auseinander. J. Butler als eine der wichtigsten feministische Philosophinnen steht gleichfalls als kreative Denkerin in dieser Tradition. Sowohl mit Zizek als auch Butler möchten wir uns im folgenden mit Subversion beschäftigen.

EREIGNISSE und WIEDERHOLUNGEN
Den Weg, um die Geschlechterbinarität subversiv aufzulösen, sieht Judith Butler in der Maskerade und Parodie. Die Queer-Bewegung ist für sie eine wichtige mögliche Praxis, durch bewusstgemachtes Spiel mit Geschlechtsidentitäten den Geschlechterdualismus selbst in Frage zu stellen und das heterosexuelle Modell aufzulösen. Ihr Modell, etwas subversiv zu verändern, beruht auf der Theorie der Wiederholungen, die jedes mal leicht differenzieren. Durch die Praxis der Wiederholungen wird versucht, eine bestimmte Entwicklung in Gang zu setzten, zwar in kleinen Schritten, aber fortschreitend in die gewünschte Richtung. Butler sagt dazu: die Transformation der Macht setzt "natürlich voraus, dass es nicht dasselbe ist, ob man innerhalb der Matrix der Macht operiert oder unkritisch die Herrschaftsverhältnisse reproduziert. Vielmehr bietet sich die Möglichkeit, das Gesetz zu wiederholen und es dabei nicht zu festigen, sondern zu verschieben." - "In bestimmter Hinsicht steht jede Bezeichnung im Horizont des Wiederholungszwangs; daher ist die Handlungsmöglichkeit in der Möglichkeit anzusiedeln, diese Wiederholung zu variieren." (Butler 1991:213)

Für Alain Badiou (nach Zizek) treten von Zeit zu Zeit Ereignisse auf, die zufällig und unvorhersehbar sind und der 'Verfügungsmächtigkeit' der Erfahrungen entgegenstehen. Sie treten aus dem Nichts auf. Genauer: Sie sind eine Dimension des Nicht-Seins und treten als Ereignis ins Sein ein. Ein solches Ereignis nennt Badiou WAHRHEITSEREIGNIS. Als Beispiele für solche Ereignisse können die Französische Revolution, die Oktoberrevolution, aber auch der Fall der Mauer angegeben werden. Nur Pseudoereignisse waren dagegen der Nationalsozialismus oder der 11. September. Nehmen wir den Fall der Mauer: 10000 Menschen sind einfach vom Osten Berlins durch das Brandenburger Tor in den Westen gelaufen und niemand hat sie daran gehindert. Als Folge davon ist der Sozialismus zusammengebrochen und der Kapitalismus konnte sich seither auf der gesamten Welt ausbreiten. Dieses Ereignis konnte nicht aus der Situation vorausgesagt werden, stand aber auch nicht ausserhalb. Nach Badiou ist das Ereignis die Wahrheit der Situation, sie wird erst durch dieses Ereignis lesbar. Das heisst nun, dass die 'unterdrückte Situation' sich gegenüber der 'offiziellen Situation' durchgesetzt hat. Das Unterdrückte war zwar immer auch da, präsent, wurde aber von der Macht nie repräsentiert.
Ein solches Wahrheitsereignis wird bestimmt durch: das Ereignis selbst, seine Benennung (z.B. Französische Revolution), sein Ziel (z.B. Befreiung aus der Knechtschaft), seinem Operator (z.B. eine politische Bewegung) und sein Subjekt (das Subjekt ist durch seine Treue zum Ereignis definiert und kommt erst nach dem Ereignis. z.B. muss das Ereignis Mauerfall von DDR-BürgerInnen erkannt und angenommen werden). Die Subversion liegt nun darin, die Wahrheit eines Ereignisses im Nachhinein zu erkennen und anzuerkennen.

B I L D E R
Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, welches Bildmaterial wir in [ A C T G ] enome verwenden können. Naheliegend ist die Verwendung von Wissenschaftsbildern, die entweder Illustrationen sind, oder aus dem Datenmaterial erzeugt werden. Für die Generierung von Bildern aus Code, muss biologisches Material, wie die DNA, zuerst in Information überführt und in Computern gespeichert werden. Diese Bilder sind kein Abbild der Realität, sondern aus einem Code beliebig erzeugte Bilder. Diese Bilder sind nicht mehr Symbole oder Signifikanten, die auf etwas ausserhalb verweisen. Was sind sie dann? Maurizio Lazzarato hat sich in seinem neustes Buch Videophilosophie, indem er sich hauptsächlich auf Henri Bergson bezieht, eingehend mit dieser Frage beschäftigt.

Lazzarato: "Wenn die Aussage von Nam June Paik richtig ist, dass die Videotechnologie 'nicht die Natur, sondern die Zeit imitiert', dann könnten wir sagen, dass die Technologien, die uns interessieren, die verschiedenen Kontraktionssynthesen der Zeit imitieren." In diesem Satz stecken vier Aussagen, die wir genauer betrachten wollen.

Zuerst der Begriff Synthese: Lazzarato übernimmt den Begriff von Gille Deleuze, der die materielle Synthese von der spirituellen unterscheidet. Die materielle Synthese zieht aufeinander folgende, unabhängige Elemente zusammen, d.h. sie bildet diskontinuierliche Formen der Dauer in der Zeit und produziert dadurch Wahrnehmungsbilder. Die spirituelle Synthese dagegen produziert Erinnerungsbilder, indem sie kontinuierliche Formen in der Zeit erarbeitet. Diese beiden Synthesen können als Gedächtnis aufgefasst werden, wobei die materielle Synthese eher ein passives erleben ist, die spirituelle dagegen ein aktives oder 'intelligentes Wiedererkennen' oder Bewusstsein.

Bewusstsein ist Gedächtnis. Und das heisst die Erhaltung und Anhäufung der Vergangenheit in der Gegenwart, also eine Kontraktion der vergangenen Zeit in der Gegenwart. Gleichzeitig ist das Gedächtnis auch eine Antizipation der Zukunft, eine Ausdehnung der Zeit, und das bedeutet Handlungsfähigkeit. Handeln heisst nun aber auch, Bilder produzieren. Wir können diesen Ablauf auch so ausdrücken: Eine Bewegung trifft auf einen Körper, der durch die Fähigkeit zur Synthese und damit zur Bildung von Gedächtnis / Bewusstsein, wiederum eine Bewegung ausführt. Oder als Bild formuliert: Ein Bild trifft auf einen Körper und dieser produziert wiederum ein Bild. Zwischen der empfangenen und ausgeführten Bewegung eines Körper liegt allgemein gesagt eine Kraft. Sie ist Gedächtnis, Gewohnheit, Empfindung, Wille etc.

Bilder sind folglich nicht einfach eine optische Wahrnehmung, sondern immer der Zeit untergeordnet. Erst die Zeit wird durch die Synthese zum Bewusstsein, das Bilder wahrnehmen, erinnern und produzieren kann. Bilder sind Synthesen der Zeit. Wir können folgende Relationen bestimmen:

Bild - Bewegung - Zeit
Kraft ist Zeit (abstrakt) oder Zeitdauer (synthetisierbar)

Für Bergson ist "die Welt ein Strudel von Bildern. Es gibt nichts anderes als Bildströme, die sich treffen, sich überschneiden, sich reflektieren, die sich zusammensetzen und in ihre Bestandteile zerlegen." Und zwar geschieht dies in Punkten, die Körper sind, vielleicht auch Zeitkristallisationsmaschinen.

Die Neuen Medien imitieren genau diese Synthese der Zeit, darum kann man sie Zeitkristallisationsmaschinen (Deleuze) nennen. Ein Bild wird im Computer mittels eines Codes kristallisiert. Am deutlichsten wird dies durch direkte Interaktionsmöglichkeiten. Mit dem Computer interagiert eine Person, auf der oben bestimmten Bildebene, wie mit anderen Personen. Dabei simuliert der Computer aber lediglich die Synthesefähigkeit.

Bergsons Theorie der Bilder gilt nach Lazzarato auch für Töne. Ein Ton entsteht erst aus Bewegung und aus jeder Bewegung entsteht ein Ton. Es geht weder um ein optisches noch um ein akustisches Wahrnehmen. Bilder und Töne sind mental. Es entsteht aber immer eine Relation zwischen jemandem/etwas, das eine Bewegung ausführt und jemandem/etwas, das eine Bewegung aufnimmt. Die Frage ist, was verbindet diese Relation?

 

Liebe LeserInnen
Mitten im Fragen haben wir innegehalten und den Text ohne Abschluss stehen lassen. Er wird weiter geschrieben, ohne je zu einem Ende zu kommen. Dieses Fragen, Infragestellen, Begreifen und Verstehen wollen hat uns sehr bereichert und viel Freude bereitet. Wir hoffen, etwas von dieser Leidenschaft haben auch Sie beim Lesen verspürt.

 

A N M E R K U N G E N:

(1) Hobbes Hauptwerk, der Leviathan, ist unter
http://www.socsci.mcmaster.ca/~econ/ugcm/3ll3/hobbes/
publiziert.
(2)

Literatur zum Streit Boyle - Hobbes:
Shapin, Steven / Schaffer, Simon: Leviathan and the Air-Pump. Hobbes and Boyle and the Experimental Life. Princeton 1985.

   

 

 

TEIL 3 LITERATUR

 

LITERATUR:  
Critical Art Ensemble
Wien 1998
Cyborgs & Designerbabies. Flesh Machine: Die biotechnologische Revolution
Critical Art Ensemble
New York 2002
The Molecular Invasion
Judith Butler
Frankfurt a.M. 2001
Psyche der Macht
Judith Butler
Frankfurt a.M. 1991

Das Unbehagen der Geschlechter
Evelyn Fox Keller
Frankfurt a.M. 2001
Das Jahrhundert des Genes
Karin Gieselbrecht
Michaela Hafner

(Hg) Wien 2001
Data | Body | Sex | Machine
Technoscience und Sciencefiction aus feministischer Sicht
Michael Gleich
Hamburg 2002
Web of Life
Die Kunst vernetzt zu leben
Jürgen Habermas
Frankfurt a. M. 2001
Die Zukunft der menschlichen Natur.
Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik?
Donna Haraway
Hamburg 1996
Anspruchsloser Zeuge@Zweites Jahrtausend. FrauMann trifft OncoMouse.
In: Elvira Scheich (Hg): Vermittelte Weiblichkeit
Donna Haraway
Frankfurt a.M. 1995
Die Neuerfindung der Natur. Primaten, Cyborgs und Frauen
Max Hollein
Jesper N. Jorgensen

Frankfurt a.M. 2002
F r e q u e n z e n [H z]
Audio-visual Spaces

Lily E. Kay
Heft 3. Leipzig 2000
Der Gencode. Misuse of Information Theory
In: Körperinformation. Kaleidoskopien
Lily E. Kay
Stanford 2000
How wrote the book of life? A history of the genetic code
Floarianne Köchlin
31.Januar 2002
Die Erfindung des Käfigtigers
In: WoZ Nr. 5
http://www.woz.ch/wozhomepage/Gentech/gendoss.htm
KODWO
Berlin 1999
Heller als die Sonne
Abenteuer in der sonic fiction
Spyridon A. Koutroufinis
Berlin 1996
Selbstorganisation ohne Selbst. Irrtümer gegenwärtiger evolutionärer Systemtheorien

Bruno Latour
Berlin 1995
Wir sind nie modern gewesen

Bruno Latour
Frankfurt a.M. 2001
Das Parlament der Dinge
Maurizio Lazzarato
Berlin 2002
Videophilosophie
Zeitwahrnehmung im Postfordismus
Menschenformen
(Hrsg.)

Marburg 2002
Ver-Schiede der Kultur
Marge Piercy
Hamburg 1993
Er, Sie und Es

Natascha Sadr - Haghighian
Berlin 1996
science for life, wellcome trust
In: büro bert, minimal club, susanne schultz (hg.) geld beat synthetik, abwerten biotechnologischer annahmen
Isabelle Stengers
München 1998
Wem dient die Wissenschaft?
theo steiner
(Hrsg.)
Wien 2002
genpool
giopolitik und körperutopien
stierisc[:her:]bst
John Sulston
Le Monde diplomatique Dezember 2002
Heritage of Humanity
http://mondediplo.com/2002/12/15genome
Hans Peter Weber
(Skript)
Berlin 2002
Kreatur im/als Kopf | Als Kreatur denken | Die Kreatur denken
Zeit dokument
Nr. 1/2001
Das menschliche Genom

Slavoj Zizek
Frankfurt a.M. 2001
Die Tücke des Subjekts