hACKER / cRACKER

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Christoph Ohm leitet seinen Artikel 'Hacker' (Das Argument 238, 2000) mit folgenden Sätzen ein:

"Mit der Heraufkunft der mikroelektronischen Produktionsweise und Vernetzung der Computer entsteht im Kapitalismus eine historisch neuartige Formation von High-Tech-Akteuren, die sich die neuen Produktivkräfte durch deren oppositionelle Umfunktionierung aneignen und dabei Arbeit, Lebensweise, Ethik, Kriminalität und Sport zu neuen Gegenkulturen verknüpfen, die Hacker."
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Hacker sind seit der Erfindung des Internets resp. seiner Vorgänger im Netz präsent. Darum neigt die Hacker-Community auch zum Mythos, das Internet sei von ihnen erfunden worden ("das erste Internet RFC wurde nachts in einem Badezimmer verfasst"). Die kleine Hacker-Community ist bis heute sprunghaft gewachsen und wird weiter wachsen.
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Meist geniessen Hacker in den Medien grosse Sympathie (die bedeutendsten Hacker werden als demigods bezeichnet). Diese Sympathie kippt aber, wenn sinnlos grosser Schaden angerichtet wird, besonders wenn es auch den eigenen Computer treffen könnte ("I LOVE YOU-Virus).
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dER bEGRIFF hACKER

Im deutschen Sprachraum ist der Begriff seit dem Film "Waregames" 1983 ins öffentlich Bewusstsein gedrungen. Im folgenden eine der möglichen Definitionen des Begriffs Hackers, der unterscheidet zwischen 'guten' und 'kriminellen' Hackern:

"Als Hacker werden Personen bezeichnet, die ohne jede Autorisierung in Computersysteme eindringen. Sie tun dies aus sportlichen Gründen, zum Vergnügen, Zeitvertreib und Nervenkitzel oder aus Neugier... Davon abzugrenzen ist die Art von Computer-Freaks, die sich mit dem blossen Überwinden fremder Sicherungssysteme nicht zufrieden gibt, sondern ihr Wissen dazu nutzt, in anderen Systemen Schäden anzurichten oder die erlangten Informationen weiterzugeben.... Diese kriminellen Systemeindringer werden in der Computerfachwelt als sogenannte 'Cracker' bezeichnet." (Martina Etling-Ernst: Juristische Aspekte der Computerkriminalität, 1999)

Jargon's Definition von HACKER (aus dem 'Jargon-File')
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Die Unterscheidung zwischen Hackern und Crackern macht juristisch Sinn, da bei der heutigen Vernetzung der Computer und dem massenhaften Eindringen in fremde Systeme eine Strafverfolgung faktisch unmöglich ist. Einige Zahlen:

1988 wurden dem CERT (Organisation für Sicherheit im Internet) 6 Sicherheitsvorfälle gemeldet, 1999 bereits 8268. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass lediglich ein Prozent aller Sicherheitsvorfälle überhaupt entdeckt werden und davon lediglich 14% angezeigt werden. D.h. es muss mit bis zu 20000 Sicherheitsvorfällen jährlich und mit bis zu 2 Mio. Angriffen pro Jahr gerechnet werden.

Begriffe:
Attack: ein einzelner Versuch, unautorisiert Zugang zu einem System zu erlangen, der nicht mit anderen Angriffen in Verbindung gebracht werden kann.
Sicherheitsvorfall: Anzahl von Angriffen, die aufgrund ihrer Methodik und ihres zeitlichen Auftretens miteinander in Verbindung gebracht werden können.

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aKTIONSEBENEN

Es lassen sich drei Praxen von unterschiedlichen Aktionsebenen unterscheiden (nach Ohm):

1. Eindringen in fremde Systeme
2. Info- und Softwarepiraterie: Beschaffung und allgemeine Verteilung von Daten / Programmen
3. Hacken resp. Crashen, planmässige Systemzerstörung (z.B. durch Viren)

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1. Eindringen in fremde Systeme
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Das Eindringen in fremde Systeme ist für Hacker ein Lustakt. Zur Phänomenologie der Hacker wurden psychoanalytische Deutungsversuche unternommen: "die männliche (sic!) Geschlechtsidentität und symbolisch ausgelebtes Penetrationsverlangen werden ins Spiel gebracht." Nach Ohm verfehlen diese "die formationsspezifische Determination der Hackerlust: sie wurzelt eher in einer karnevalesken Machtumkehrung, darin, dass enteignete Verfügungsgewalt symbolisch-virtuell für einen kurzen Zeitraum, wieder angeeignet wird." Männliche Penetrationsphantasien versus subversive Machtumkehrung?

Ein Kampfspiel / Machtspiel, die totale Kontrolle über ein System zu erreichen! Ein Hacker dringt beispielsweise als normaler User in ein System ein und versucht sich die Rechte des Sysadmin (durch Konfiguration von Systemprogrammen) anzueignen.
"Besonders reizvoll ist es, wenn der Super-User eines anderen Netzwerks bemerkt, dass jemand eingedrungen ist und seinerseits versucht, den Eindringling zu eliminieren. Es ist für jeden Hacker der Höhepunkt, die totale Kontrolle über das andere Netz erreicht zu haben.... Da drauf kommt es an, das ist das Ziel eines Hacks."

Diese Aneignung der umfassenden produktiven Verfügungsgewalt ist symbolisch-virtuell und kurzfristig, ausser vertrauliche Informationen werden allgemein zugänglich gemacht, oder Daten gelöscht. Hier kommt die Ebene der Computerkriminalität, des Cyberkrieges und eine ethisch-politische Dimension ins Spiel. Z.B. rufen Hacker vielfach die Administratoren des gehackten Systems an und machen sie auf die Sicherheitslücken aufmerksam.
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Dadurch tritt eine Widerspruchskonstellation ein, indem aus der Welt der Hacker in die Welt von Mehrwertproduktion und Herrschaft eingedrungen wird. "Der Hacker macht etwas, ohne Zutritt zu haben." Dadurch wird eine Ordnung gestört, die Marx folgendermassen beschreibt: "Diese geräuschvolle, auf der Oberfläche hausende und aller Augen zugängliche Sphäre verlassen wir daher, zusammen mit Geldbesitzer und Arbeitskraftbesitzer, um beiden nachzufolgen in die verborgene Stätte der Produktion, an deren Schwelle zu lesen steht: No admittance except on business." (MEW 23, 189) Was zu Zeiten von Marx unvorstellbar war, das massenhafte Eindringen von Hackern in fremde Systeme und Datenbestände, beruht auf einem Umbruch in der Herrschaftsgeographie, das Eindringen in die Räumlichkeit der Produktionsmittel und Kontrollsysteme über die Lohnabhängigen.

Durch die globale elektronische Vernetzung hat das eingreifende Handeln von arbeitenden Personen Eintrittseffekte in räumlicher und zeitlicher Ferne zur Folge, und wird selbst durch das Agieren an anderen Orten / Zeiten beeinflusst. Dadurch entsteht einE digital vernetzteR GesamtarbeiterIn, deren Arbeitssubjekte mittels Austausch digitaler Objekte kooperieren und unterschiedlichen Kapitalimperien angehören können. Die Befugniskontrolle geschieht durch Eingabe von Username und Passwort und weiteren Sicherheitsmassnahmen (Authentizierungsverfahren, Verschlüsselungen). Durch diese Globalisierung der Arbeitsprozesse, die bisher auf ein bestimmtes Areal konzentriert war, durchqueren nun öfffentlich-rechtliches Gebiet über Kontinente hinweg. Transnationale Unternehmungen sind auf diese Informationskanäle angewiesen, deren Verletzlichkeit mit der Komplexität und der Reichweite des Netzes zu nimmt.

Wer schützt nun diese Unternehmen im High-Tech-Kapitalismus? Dies übernehmen die Lohnabhängigen. Störungen sind vorprogrammiert, da aus der Abschottung des Privateigentums und des Profitegoismus dieser Unternehmungen Geheimhaltung und Abschottung resultieren, was die Verletzlichkeit erhöht. Durch einen Umbruch in den Qualifikationsanforderungen "spitzt sich der Widerspruch zwischen den subjektiven Produktionskräften und den Produktionsverhältnissen zu, da für letztere die neuen produktiven Handlungsfähigkeiten technologisch avancierter Mehrtwertproduktion ebenso nötig wie auch riskant, weil herrschaftsgefährdend sind." (Ohm) Die neuen Qualifikationsanforderungen liegen auf der Ebene der Motivation und der Kognition, um die Eindringchancen von externen Hackern zu erkennen, resp. zu entdecken. Anderseits ist es auch eine Tatsache, dass viele Verluste durch gezielte oder unbewusste interne Aktionen entstehen (Z.B. Sabotage, Diebstahl, Missbrauch von Diensten, social Hacking [Externe Hacker versuchen z.B. telefonisch an Passwörter zu gelangen und erhalten diese auch häufig]).
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Ohm beschreibt, dass auf Grund dieser Entwicklungen zur globalen GesamtarbeiterIn, eine umfassende Demokartisierung der Produktion stattfinden sollte, die Arbeitenden an den strategischen Entscheidungen über die Netzentwicklung aktiv beteiligt sein sollten und deshalb aus dieser Subjektposition für dessen Sicherheit Verantwortung übernehmen. Er kommt aber zum Schluss, dass "bis jetzt allerdings internationale Technobündnisse, die von unten her agieren und sich über technische Schwachstellen von Computernetzwerken austauschen, wohl nur bei Hackern vorkommt." Hacker als Lehrer des neuen Denkens?
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2. Info- und Softwarepiraterie: Beschaffung und allgemeine Verteilung von Daten / Programmen
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Der 'Softwarepiraterie' steht die Nutzung unbezahlter Software in Unternehmungen gegenüber und um das Vielfache grösser ist. Verluste in ZAHLEN.

Die Produktion und Vermarktung digitaler Produkte verwickelt sich in einen Widerspruch. Einerseits muss das Produkt allgemein nutzbar sein, anderseits aber nur, wenn es bezahlt ist. Dieser Widerspruch spitz sich mit der Verfügbarkeit im Internet und dem Anspruch der Unternehmen, die Warenform aufrechtzuerhalten, also deren allgemeine Verfügbarkeit zu beschneiden. Es ist folglich nicht erstaunlich, dass sich eine Hackerszene etabliert hat, die den Kopierschutz von Software crackt. Diese gecrackten Versionen werden häufig mit aufwendigen Intros ergänzt.
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Wie beispielsweise Napster oder das Verschlüsseln von digitalen Filmen (CSS) zeigen, stellen sich Fragen des intellektuellen Eigentums. Beispiel CSS: DVD's werden regional unterschiedlich verschlüsselt und lassen sich auf einem DVD-Player mit dem Decodierer dieser Region ablaufen. Eine DVD in den USA gekauft, läuft also in Europa nicht! Nachdem ein Hacker den Schlüssel geknackt hat und das Programm auf der Website der Hackerzeitschrift 2600.com veröffentlicht wurde, wurde 2600 vor Gericht eingeklagt und verlor. Darauf starteten die Hacker eine Grossoffensive und veröffentlichten das Decodierprogramm gleichzeitig auf unzähligen Sites und brachen damit das Verbot. Es geht um nichts weniger als um einen Kulturkampf: um das Recht auf freie Meinungsäusserung, Bürgerrechte und das Recht auf legal erworbenen Eigentums. Aber auch die Konzerne versuchen sich mit raffinierten Gegenmanövern durchzusetzen: so kaufte Bertelsmann Napster auf und kann so seine Vision von der Ablösung des Marktmodells durch das Netzmodell ausbauen.
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Dies führt zur Frage, wie eine derart kleine Gruppe von Hackern, gemessen an der Zahl der hochqualifizierten TechnikerInnen und IngenieurInnen, eine dermassen grosse gesellschaftliche Resonanz bewirken?

"Hackerpraxen intervenieren in eine kapitalistische Gesellschaft, in der sich gegenwärtig ein Umbruch der Produktionsweisen vollzieht, - und ihre Intervention treffen den Nervpunkt des Umbruchs" (Ohm). Diese Arbeit kann mit Marx als 'allgemeine Arbeit definiert werden. Dazu gehören alle Entdeckungen und Erfindungen. Charakteristisch ist, dass der Aufwand der 'Originalproduktion' sehr gross ist, gemessen am Zeitaufwand der die Aneignung und Nutzung kostet. Software ist ein typisches Beispiel dafür: Die Programmierung ist sehr aufwendig, das kopieren der Software dagegen kostet fast nichts. Hackerarbeit ist so gesehen 'allgemeine Arbeit', die gefesselte allgemeine Arbeit (gebunden in einen Konzern) entfesselt (allgemein zugänglich macht).

Das Internet fungiert unter diesem Aspekt der allgemeinen Arbeit als eine Art des kollektiven Intellektuellen, das das Werk von Kollektiven oder einzelner speichert und global allen zur Verfügung stellt. Z.B. die kollektiven OpenSource Projekte. Diese Arbeitsweise, die das Internet als kollaboratives Environment nutzt, ist nicht kompatibel mit dem Ziel der Sicherung 'intellektuellen Eigentums'. Der Lohn der Hacker ist die gesellschaftliche Anerkennung, also Aufmerksamkeitsökonomie. (Wenn sie sich nicht kaufen lassen).
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3. Hacken resp. Crashen, planmässige Systemzerstörung (z.B. durch Viren)
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Viren sind die wirksamste und brutalste Form, Daten auf vielen Systemen zu zerstören. Weltweit gibt es nur eine kleine Anzahl Personen aus dem Hackerunderground, die fähig sind, wirklich neue Viren zu schreiben (1994 werden sie auf 100 geschätzt). Die meisten laden sich aus dem Internet Virenbaukästen herunter und modifizieren diese Programme, wenn überhaupt. Viren werden durch das Internet zum Multiplikator und von einer breiten Masse einsetzbar.
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hACKERETHIK
Die Hacker aus dem Underground haben sich schon zu Beginn Ethiken zugelegt, die subversiv, rebellisch, politisch, kulturell, gesellschaftlich,....konnontiert sind, auch wenn sich z.B. viele Hacker selbst als nicht politisch bezeichnen.

Bsp. Hacker-Ethik der 60er Jahre (Steven Levy, Hackers - Heroes of the Computer Revolution, 1984)

Der Zugriff zu Computersystemen - und allen andern Dingen, die Auskunft darüber geben, wie die Welt funktioniert - muss für jeden uneingeschränkt möglich sein.
Alle Informationen sind kostenlos.
Misstraue Autoritäten - unterstütze Dezentralisation.
Hacker sollten nach ihrem Tun und nicht nach Diplomen, Alter, Rasse oder Position beurteilt werden.
Mit Computern kann auch Kunst und Schönheit geschaffen werden.
Computer können das Leben zum Besseren verändern.

Der CCC hat zwei weitere Punkte angefügt:

Mülle nicht in den Daten anderer Leute.
Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.
ETHIK

Der CCC deckt technische Schwachstellen in Systemen auf und veröffentlicht diese. Dadurch werden auch mögliche Einbruchstellen von Computerkriminalität aufgedeckt. Der CCC erfüllt so eine geselleschaftliche Funktion, die unentbehrlich ist (z.B. gegen den Diebstahl von Kreditkartennummern, persönlichen Daten,...). Dies wissen auch die Fachleute der Informationssicherheit.

hacker ETHIC - Jargon-File
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hACKTIVISMUS

Der Begriff entsteht durch den Zusammenzug der Wörter 'Hacken' und 'Aktivismus'. Hacktivismus nutz die technischen Fähigkeiten der Hacker für politische Projekte. Damit wird versucht, das Internet gegen Privatisierungs- und sonstige Abschottungsstrategien als öffentlichen Raum aufrechtzuerhalten, wie Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit. Wichtig war für dessen Entstehung die Pro-Zapatisten-Bewegung, die neben den militärischen Aufständen seit 1994 das Internet als Infowar benutzen (Siehe unten unter berühmt gewordene Hacks). Bemerkenswert ist an der Zapatisten-Bewegung, dass diese keine Chance auf Erfolg hätte, wenn sie nur mit militärischen Mitteln kämpfen würde. Nur zusammen mit dem Krieg im Internet, können sie sich wirksam durchsetzen. Die Zapatisten haben keine eigentliche Homepage, sondern viele, die von AnhängerInnen betrieben werden und in verschiedensten Ländern gehostet sind. Sie agieren also tatsächlich dezentral und global, was meines Wissens bisher keine Bewegung in diesem Ausmass geschafft hat.

Mögliche AKTIONEN sind sit-ins (Blockade eines Servers, indem unzählige Personen gleichzeitig Anfragen an diesen Server starten), Netzsatire wie Feaks von RTMARK, Hacks, um eigene Informationen auf einer Site zu plazieren (z.B. Hijacking), e-mail-Bomben etc. Heftige Diskussionen entstanden über Angriffe, die einen Server lahmlegen, aber nur von einer oder wenigen Personen durchgeführt wurden, sogenannte DENIAL-of-SERVICE (DoS) Angriffe (Bsp: Jan 2000 auf Yahoo, eBay, eTRade etc.). Dabei starten die Angreifer auf hunderten von Computern Programme (es gibt auch andere Methoden), die Mehrfach-Anfragen an die betreffenden Server auslösen. Diesen wird aus dem Hacktivismus-Umfeld wie der Gruppe ELECTRONIC DISTURBANCE THEATRE (EDT, gegründet zur Unterstützung der Zapatisten) vielfach die demokratische Legitimierung abgesprochen, die nur durch das gleichzeitige Angreifen eines Servers durch Personen zulassen (selbstverständlich werden dazu Programme im Internet bereitgestellt, die Mehrfachanfragen abschicken). Neue soziale PROTESTFORM oder grober Unfug?
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cYBERWAR

Dieses immer wichtiger werdende Gebiet muss ich noch genauer erschliessen. Zum Einstieg einen Artikel über die NSA. Als erster CYBERKRIEG wird der Kosovo-Konflikt betrachtet.
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oPENsOURCE AND cOPYLEFT

Das Internet bietet sich als Kooperationsmedium an, wo von vielen gemeinsam Software entwickelt wird, die auf unbezahlter Arbeit basiert. Aus der Sichtweise der Produktionsverhältnisse, besteht ein Widerspruch zwischen den SoftwarearbeiterInnen als subjektive Produktivkräfte und den kapitalistischen Produktionsverhältnissen. So muss beispielsweise der/die GesamtarbeiterIn Linux als grösser betrachtet werden, als der/die von Microsoft. Diese Software wird meist neben der lohnabhängigen Arbeit geleistet und der Lohn ist die gesellschaftliche Anerkennung. Diese Community selbst beklagt, dass nur wenige Frauen dabei mitmachen. Warum, wäre ein weiterführender Untersuchungsgegenstand. Und zwar nicht nur im Hinblick, warum Frauen sich weniger beteiligen, sondern auch, welcher Motor treibt die Männer an, diese Doppelexistenz von Lohnarbeit und freiwilligen Arbeit zu führen.

Unbestreitbar ist der Erfolg des OpenSource Konzeptes auf gesellschaftlicher Ebene und vielleicht eine der wichtigsten Neuerungen, die mit dem Internet erreicht wurde (als Gegenrichtung zum kapitalistischen Kommerz).
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Berühmte / berüchtigte Hacker / Hacks:

John Draper (CAPTAIN CRUNCH) führte 1970 kostenlos Ferngespräche mit Hilfe einer Plastikpfeife, dem Beipackgeschenk eines Cornflakes-Herstellers, einer der ersten Hacker

Kevin MITNICK, der wohl berühmteste Hacker, dem 1980 der erste spektakuläre Hack (mit 16!) gelang und 1995 nach 2-jähriger Fahndung vom FBI verhaftet wurde. Ihm werden folgende Delikte angelastet: Diebstahl von tausenden Dateien und missbräuchliche Nutzung von 20'000 Kreditkartennummern. (Interessant sind auf seiner Side die 'News', was in den Zeitungen geschrieben wurde.) Er ist seit Januar 2000 wieder frei. Wird er zum SICHERHEITSBERATER der US-Regierung? KEVIN MITNICK'S WRITTEN SENATE TESTIMONY

CHAOS COMPUTER CLUB, Deutschland, 1984 gegründet.

Die History des legendären Hacker-Clubs 'LEGION OF DOOM', gegründet von Lex Luthor. THE LEGION OF DOOM TECHNICAL JOURNALS

Virenfabriken: Der berüchtigtste Viren-Designer DARK AVENGER entwickelte ausgeklügelte Viren mit Namen DARK AVENGER (1988), V2000, V2100, PHOENIX, DIAMOND, etc. Scheinbar existiert eine Mailbox 'Virus eXchange' zum Virenaustausch, in die man nur gelangt, wenn man selbst einen neuen Virus dort plaziert. Diese polymorphen Viren vermehren sich nicht nur, sondern werden zufallsgesteuert modifiziert, was ihr Entdecken massiv erschwert. Um DARK AVENGER entstanden Spekulationen, ob der bekannte Virenforscher Vesselin Bontchev DARK AVENGER ist.
Mehr dazu inkl. VIRENprogramme (die waren damals noch wirklich Hardcore!)

1996 bricht die Hacker-Gruppe 'Digital Anarchists' zweimal in den Web-Server der britischen LABOUR PARTY ein (siehe Original und HACKED SITE) und ändern Web-Sites ab. Beim ersten Hack an Weihnachten, werden den Labour-WählerInnen gratis Bier und Drogen angeboten, beim zweiten Links zu einem fiktiven Labour Party Sex-Shop eingefügt.

Zapatisten brechen 1998 in den Web-Server des Finanzministeriums in Mexiko ein und fügen Websites mit regierungsfeindlicher Propaganda ein. Subcommandante (Sub)MARCOS Site (besitzt selbst kein Modem und keinen Supercomputer in Chiapas Wäldern!)

usw. siehe auch (legendäre Sites!)
2600 (auch dieses Hacker-Magazin ist selbstverständlich legendär, 1984 von Emmanuel Goldstein gegründet)

40HEX und andere UNDERGROUND MAGAZINES
The JARGON-FILE das Hackerlexikon von Eric S. Raymond (DER Mr. OpenSource! Ökonomie des SCHENKENS)
THE HACKER CRACKDOWN von Bruce Sterling, der zusammen mit William Gibson 'Die Differnz Maschine' geschrieben hat.

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Literatur:

Christoph Ohm: Hacker, in 'Das Argument 238', Berlin 2000
Othmar Kyas, Markus a Campo: IT-Crackdown, Bonn 2000

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