Claes Oldenburg

Maus-Museum
1965-77

 

 

The Store in New York's East Village, Dezember 1961

"Am 1. Dezember 1961 eröffnete Claes Oldenburg im East Village in New York City im Haus 107 East Second Street den Galerie-Performance-Environment-Atelier-Laden The Store.
Als Reaktion auf die serienmäßig hergestellten Waren, die in den umliegenden kleinen Geschäften ausgestellt und verkauft wurden, präsentierte er in seinem Ladenlokal in der Zeit vom 1. Dezember 1961 bis zum 31. Dezember 1962 dreidimensionale Objekte und Reliefs, die er aus Maschendraht und Gips hergestellt und mit Emaillefarbe bemalt hatte.
Diese Objekte werden heute aus dem ursprünglichen Zusammenhang entfernt, als einzelne Werke präsentiert wie beispielsweise Red Cap, Two Girl's Dresses, Sewing Machine und Mannequin in der Galerie der Gegenwart.
Die Ausstellung verweist auf den Kontext ihrer Entstehung.
Inventarlisten, Poster, Einladungskarten, Fotografien und das Buch The Store Days zeigen anschaulich,
daß The Store Kunst und alltägliche Lebenspraxis, Kunst und Kommerz, Bühne und Straße verschränkte."

 

Das Maus Museum

 

 

Claes Oldenburg.
Mouse Museum. 1965-77.

"Der schwedisch-amerikanische Künstler Claes Oldenburg hatte in Form eines Mickey-Maus-Kopfes einen flachen Museumsbau bauen lassen. Im Inneren sah man in den Glasvitrinen Kitschobjekte und andere Kuriositäten, die Oldenburg in Läden zusammengekauft hatte. Manchmal war noch das Preisschild zu sehen. Dazwischen hatte er fast unauffällig eigene Objekte gestreut, mit denen er Gegenstände aus der Konsumwelt parodierte oder eigene Formen ausprobierte. Die Wirklichkeit hatte das Museum erobert. Oder umgekehrt: Die Auslage im Warenhaus hatte musealen Charakter gewonnen. Direktor des Museums war Kasper König, der heute Leiter des Museums Ludwig in Köln ist." Das Maus-Museum ist heute in Wien zu besichtigen.

Aus dem documenta Katalog:
"Clase Oldenburg präsentiert erstmalig sein Maus Museum verlorengegangener, nicht veränderter Spielsachen und anderer Objekte, Atelierrelikte und Bühnenbilder für nicht komponierte Opern.

    Geometric Mouse, Scale D "Home-Made", 1971

 

Beispiele von Objekte von Oldenburg aus den 60er Jahren, die im Maus Museum waren oder darein gepasst hätten:

    Study for Giant Cake 1963

   Geometric Mouse 1969/1971

  Fire Plug Souvenir 1968

  French Fries and Ketchup 1963

  Soft Light Switches 1964

    Soft toilet

 

 

Biografie:

Claes Oldenburg *1929 Stockholm

Amerik. Maler, Graphiker und Objektkünstler. Lebt und arbeitet in New York und Schweden. Geboren am 28.01.1929 in Stockholm. Hauptvertreter der Pop Art. 1930 Emigration in die USA. 1946-50 Studium der englischen Literatur und Kunst an der Yale University, New Haven Conn. 1950-52 Tätigkeit als Zeitungsreporter. 1951-54 Studium am Art Institute of Chicago. 1953 erste Ausstellung mit satirischen Zeichnungen zusammen mit Robert Indiana. 1954-56 Arbeit als freischaffender Künstler in Chicago. 1956 Übersiedlung nach New York. Beschäftigung an der Bibliothek des Cooper Union Museums (bis 1961). 1958-59 entstehen seine ersten plastischen, neodadaistischen Assemblagen aus Papiermaché und Abfällen, die durch Farbgüsse signalhaft koloriert werden. Daraus entstehen Environments ("The Street", "The Store" usw.). 1959 erste Einzelausstellung in der Judson Gallery, New York. Zusammenarbeit mit Jim Dine und Allan Kaprow. Seit 1960 Beteiligung an verschiedenen Ausstellungen, erste Happenings und Environments. 1961 Eröffung des Atelierladens "The Store", in dem 1962 zehn Happenings stattfanden. 1964, 1966 und 1970 Europa-Aufenthalte. 1973 Reise nach Japan. 1977 Retrospektive seiner Zeichnungen im Museet Stokholm und Kunsthalle Tübingen. 1979 "Mouse-Museum / Ray Gun Wing" wird im Museum Ludwig, Köln, installiert. 1983 große Skulptur einer Zahnbürste für das Museum Haus Esters in Krefel. Seit 1985 architekturbezogene Arbeiten mit dem Architekten Frank O. Gehry.

Teilnahme an der documenta 4, Kassel 1968
documenta 5, Kassel 1972
documenta 6, Kassel 1977
documenta 7, Kassel 1982
Biennale Venedig 1964, 1966 u. 1972

 

 

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