In den
1940er Jahren entstanden die Wurzeln der Kybernetik, als Gemeinsamkeiten
und Schnittstellen verschiedener Einzeldisziplinen, die Themen wie Nachrichtenübertragung,
Regelung, Entscheidungs- und Spieltheorie und statistische Mechanik
betrachteten, erkannt wurden. Katalysator dieser Entwicklung waren die
bahnbrechenden Macy Conferences mit dem Thema "Circular causal,
and feedback mechanisms in biological and social systems", die
von 1946 bis 1953 stattfanden. Norbert Wiener hat den Begriff
Kybernetik schließlich im Sommer 1947 von dem griechischen
kybernétes für "Steuermann" abgeleitet.
Norbert
Wiener: Kybernetik. Regelung und Nachrichtenübertragung im
Lebewesen und in der Maschine. 1948

einige
Definitionen:
>>
Wir sehen nicht, daß wir nicht sehen. Bernhard Pörksen
sprach mit Heinz von Förster (Telepolis 15.04.1998):
Bernhard
Pörksen: Bei dem Mathematiker Norbert Wiener findet
sich der Satz, Kybernetik sei die Wissenschaft von der Regelung und
der Nachrichtenübertragung in Lebewesen und Maschinen.
Der Unternehmens- und Managementberater Stafford Beer definierte
Kybernetik als die Wissenschaft der Organisation.
Der Neurophilosoph Warren McCulloch sprach von der Kybernetik
als einer Erkenntnistheorie, die sich mit der Erzeugung von Wissen durch
Kommunikation befaßt.
In einer Erklärung der American Society for Cybernetics
heißt es: Cybernetics is a way of thinking, not a collection
of facts.
Und Gordon Pask schrieb noch allgemeiner: It might be an art,
or a philosophy, a way of life.
...
Heinz
von Foerster: Das fundamentale Prinzip kybernetischen Denkens ist,
so meine ich, die Idee der Zirkularität.
Da beginnt alles, von dort aus muß man weiterdenken, das ist die
Basis. Das Prinzip der Zirkularität zeitigt enorme Folgen, wenn
man es zu Ende und in die Tiefe denkt und mit erkenntnistheoretischen
Fragen verknüpft. Man betritt auf einmal verbotenes Terrain, befaßt
sich mit der unter den Logikern verpönten Selbstbezüglichkeit.
Allerdings dauerte es seine Zeit, bis man die Konsequenzen zirkulärer
Kausalität voll ausgelotet hat. Ich erinnere mich, daß ich
einmal darauf hinwies, daß die Zirkularität doch das Wesentliche
der Kybernetik sei und daß man dieses Prinzip noch viel fundamentaler
untersuchen müßte.
Zur Kybernetik
im umfassenden Sinne können gezählt werden:
Entscheidungstheorie, Konnektionismus, Nachrichtentheorie, Informationstheorie,
Netzwerktheorie, Semiotik, Spieltheorie, Systemtheorie
Kybernetik
2. Ordnung
(Wikipedia):
Kybernetik zweiter Ordnung bezeichnet eine progressive intellektuelle
Bewegung in der Kybernetik und Systemforschung, die auf Heinz von
Foerster zurückgeht, der aus der Erzeugung subjektiver Realitäten
im Nervensystem eine Theorie ableitete, die in ihrer extremen Form
als Beobachtung der Beobachtung den Begriff einer objektiven Realität
eliminiert und statt dessen den "Eigenwert" des kognitiven
Systems als Ergebnis von Rekursionsprozessen beschreibt.
Zumindest muss aber der Beobachter eines Systems ebenso wie das System
selbst beschrieben und erklärt werden.
Niklas
Luhmann und John Cunningham Lilly haben das rekursive Prinzip
der Beobachtung der Beobachtung im Bereich der soziologischen Systemtheorie
und auf dem kommunikationstheoretischen Feld neurosozialer Kommunikationsmuster
angewendet.
Siehe
auch:
Autopoiesis: Humberto Maturana und Francisco Varela